Wie verfasse ich ein Testament? - Tipps vom Profi

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Testament verfassen Tipps
 
Testament verfassen lassen

Ein Testament bedeutet Vorsorge treffen

Das Verfassen eines Testaments hat den Zweck, den letzten Willen im Todesfall schriftlich nieder zu legen. Darüber hinaus kann mit einem Testament die gesetzlich geregelte Erbfolge umgangen werden. Ist kein Testament vorhanden, dann treten die im Erbrecht festgelegten Regelungen in Kraft. Sollen diese umgangen werden, dann ist ein Testament unbedingt ratsam. Im Klartext heißt das, dass insbesondere die Pflichtteilsverteilung durch ein individuelles Testament beeinflusst werden kann. Für das Verfassen ist es möglich, sich Unterstützung bei einem Notar zu suchen.

Arten von Testamenten

Grundsätzlich können mehrere Testamentsversionen gewählt werden. Gegenwärtig werden

- das Einzeltestament

- das gemeinschaftliche Testament

- der Erbvertrag

- das Berliner Testament

anerkannt. Aus diesem Grund muss es nicht in jedem Fall ein Einzeltestament sein. Diese Variante ist allerdings die gebräuchlichste, wenngleich auch hierbei bestimmte Vorgaben eingehalten werden sollten. Nur unter dieser Voraussetzung ist ein Einzeltestament gültig. Das trifft ebenso auf die anderen Formen zu.

Ein Testament in persönlicher Handschriftlicher ausführen

Um solch ein Testament zu schreiben, sind lediglich Papier und Schreibutensil nötig. Rechtswirksam wird ein handschriftliches oder privatschriftliches Testament erst dann, wenn der komplette Texte handschriftlich niedergelegt wird. Und zwar von Anfang bis Ende. Mit der Schreibmaschine oder einem Textverarbeitungsprogramm eingefügte Passagen sind nicht gültig. Das gilt auch für Testamente, die mit einer Blindenschreibmaschine geschrieben sind. Der letzte eigene Wille wird immer durch die Unterschrift besiegelt. Um Unklarheiten durch eine unleserliche, undeutliche Handschrift auszuräumen, kann zusätzlich eine Abschrift mit PC oder Schreibmaschine beigefügt werden. Nur bei handschriftlichen Testamenten gibt es die Möglichkeit, die Echtheit des Schriftstückes zu ermitteln.

Neben der Unterschrift sind sowohl das Datum als auch der Ort wichtig. Nur so kann die Regelung, dass ein älteres Testament durch ein neueres seine Gültigkeit verliert, realisiert werden. Änderungen und Ergänzungen können jederzeit vorgenommen werden. Sinnvoll ist es in diesem Fall, ein Testament nicht direkt zu aktualisieren, sondern eine Neuschrift zu gestalten. So können Durchstreichungen vermieden werden. Empfohlen wird, das vorherige Testament zu vernichten. Ein Testament sollte am besten eine Überschrift „Mein letzter Wille“ oder „Testament“ haben. Damit ist es eindeutig als Testament deklariert. Textpassagen sollten so eindeutig, detailliert und unmissverständlich wie möglich geschrieben werden. Klare Aussagen sind von großer Bedeutung. Nicht immer bestehen Testamente nur aus einigen kurzen Zeilen. Häufig ist es erforderlich, den letzten Willen über mehrere Seiten hinweg darzulegen. Dann sollten alle Seiten einzeln nummeriert und mit einer Unterschrift versehen werden.

Inhalte eines Testaments

Unabhängig davon, welche Form eines Testaments gewählt wird, beziehen sich die Angaben zunächst auf die namentliche Festlegung der Erben. Das können einzelne Personen, Personengruppen, Stiftungen, Verwandte, Vereine oder nicht verwandte Personen sein. Des Weiteren wird mit einem eigenen Testament ein gesetzlich infrage kommender Erbe ausgeschlossen. Die Pflichtteile werden aber nur in speziellen Konstellationen unwirksam. Das ist zu beachten. Über ein Testament können Ersatzerben benannt werden. Eine Anordnung von sogenannten Vor- und Nacherbschaften sowie von Vermächtnissen ist per Testament ebenfalls realisierbar. Das Testament ist außerdem dazu da, um das persönliche Vermögen nach eigenen Vorstellungen aufzuteilen, wobei wiederum die Aspekte gesetzlicher Pflichtteilsanspruch und Zusatzpflichtteil ins Spiel kommen.

Viele Menschen nutzen das Testament, um den vorübergehenden oder den unbefristeten Ausschluss einer Nachlassteilung vorzunehmen. Günstig ist ein Testament gleichermaßen dann, wenn ein Anteil am Nachlass an eine Person gehen soll, die als Vermächtnisnehmer benannt wird. Das Auferlegen bestimmter Anordnungen sowie die Benennung eines Testamentsvollstrecker auf das komplette Erbe oder auf einen Teil des Nachlasses ist über das Testament ebenso umsetzbar. Anhand dieser Aufstellung ist ersichtlich, dass ein Testament eine Vielzahl an Funktionen erfüllt. Deshalb ist das Verfassen eines Testaments mit einer großen Sorgfalt verbunden. Diese Tatsache trifft auch auf die als Nottestamente bezeichneten Schriften zu.

Was sind Online Testamente?

Hierbei handelt es sich um Testamente, die auf bereits vorgefertigten Schriftstücken oder Musterformularen aus dem Internet basieren. Diese Entwürfe können heruntergeladen werden. Sie sind jedoch nur eingeschränkt rechtsverbindlich. Das hat damit zu tun, dass solch gedruckte Testamente ohne eigene Handschrift einer Beglaubigung durch einen Notar bedürfen. Das Risiko besteht andernfalls darin, dass wegen Unwirksamkeit die gesetzliche Erbfolge eintritt.
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