Die Traberelite trifft sich in Hamburg Bahrenfeld

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Eine lebende Legende im Trabersport. Heinz Wewering mit mehr als 16000 Siegen auf dem Weg zur Ehrung.
 
Heinz Wewering (62) erfolgreichster Fahrer Deutchlands im Sulky.
Hamburg: Trabrennbahn | Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für junge und alte Pferdeliebhaber.

Am vergangenen Wochenende traf sich die Elite der Traber auf dem Geläuf der Bahrenfelder Trabrennbahn. Die Zuschauer bekamen einen spannenden Einblick in den Rennsport geboten. Es ist eines der größten und hoch dotiertesten Rennen in Deutschland. Ein absolutes Highlight für alle Beteiligten.

Ganz dicht am Renngeschehen, sind die Zuschauer im Begleitbus, der mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometern direkt neben dem Fahrerfeld rast. Tanja Schlüter vom Begleitservice erklärt während der Fahrt, was sich nebenan abspielt: „Sie sehen dort den neuen Startwagen für die Traber, eine Spezialanfertigung aus Schweden. Das 369 PS starke Auto ist seit drei Monaten im Betrieb und unser ganzer Stolz.“ Ihr Ehemann, selbst aktiver Traber, Eric Schlüter ergänzt: „Gerade eben läuft die Uhr rückwärts. Die Fahrer haben jetzt noch zwei Minuten Zeit um sich hinter dem Startwagen zu positionieren.“

Wer galoppiert fliegt raus

Beim fliegenden Start geht es gerade für die zweijährigen Pferde auf die Meilen Distanz. Genau 1680 Meter legen die Pferde im Trab zurück. „Wer in den Galopp kommt, wird disqualifiziert“, erklärt ein Vater seinem Sohn. „Nicht ganz,“ sagt Tanja Schlüter. „bis zu fünf Schritte dürfen die Tiere machen. Nur auf der Zielgeraden ist der Galopp absolut tabu.“
Vor dem Begleitbus fährt das Schiedsgericht in einem kleineren Wagen neben den Pferden und achtet peinlichst genau auf jeden Verstoß gegen das Reglement. Es geht schließlich um viel Geld. Allein am Samstag wurden 185 000 Euro im Toto umgesetzt. Ein Schnitt von 20.000 Euro pro Rennen.
Anders als bei den staatlichen Lotterien werden beim Toto knapp 80 Prozent der Einsätze wieder ausgezahlt. Ein Teil der Umsätze wird versteuert, Gelder fließen in alle Richtungen. Für die Förderung der Jugendarbeit in den Vereinen, zum Erhalt der Anlagen und auch in Spenden für sozial benachteiligte Kinder, Hospize und vieles mehr.

Pferdeauktion inklusive

Das ganze Jahr über ist Saison in Bahrenfeld. Donnerstags und an Wochenenden wird die Trabrennbahn für die Rennveranstaltungen genutzt. Eine Mutter am Rande der Bahn beobachtet ihre Tochter im Sulky. Sie unterstützt ihr Kind mit viel Zeit und Geld. Ein guter Sulky kostet bis zu 6000 Euro. Heutzutage wird das zweirädrige Gefährt hinter dem Pferd aus Carbonfaser gefertigt. Leichter, robuster als die alten Rohrkonstruktionen.
In einer großen Auktion können die Pferde für das Hobby der Kinder am Sonnabend direkt am Platz ersteigert werden. Gleich das erste Gebot für einen Eineinhalb-Jährigen fängt bei 3.000 Euro an und geht in 500ter Schritten schnell bis 11.000 Euro.
Auktionator Hans Sinnige aus den Niederlanden versteht sein Handwerk und treibt die Preise gekonnt moderierend in die Höhe. Die Investition in ein gutes Pferd kann sich lohnen und wie bei jeder anderen Auktion auch, ist manchmal ein Schnäppchen dabei.

Großer Preis von Deutschland

Beim Höhepunkt am Sonntag, dem Großen Preis von Deutschland, schlägt der Belgier Jos Verbeeck mit dem schwedischen Wallach On track Piraten den als Favoriten gehandelten Brad de Veluwe aus Finnland. Der Gewinner erhielt 100.000 Euro Siegprämie, Platz Zwei immerhin noch 50.000 Euro und der drittplatzierte Angelo, ebenfalls Schweden, kassierte 6.000 Euro.
Dr. Jan Kleeberg, Geschäftsführer der Trabrennbahn Hamburg, zog Bilanz: „Wir haben drei tolle Tage und Trabrennsport der Extraklasse erlebt. Dies war eine großartige Werbung für diesen faszinierenden Sport und zeigt einmal mehr, dass wir mit unserer Philosophie und der Neuausrichtung genau auf dem richtigen Weg sind.“

Der erste Eindruck

Jannis (10) aus Farmsen ist das erste Mal auf einer richtigen Trabrennbahn und schildert seine Eindrücke:
„Früher war ja die Trabrennbahn bei mir in Farmsen, wo ich wohne. Da sind jetzt aber Häuser hin gebaut. Und deswegen haben die das nach Bahrenfeld verlegt. Im Moment ist da noch ein kleiner Reitclub, der aber auch bald verschwinden wird. Das ist schon Schade. Ich finde es besser, Pferde und einen Reiterclub zu haben, als dort Klötze hin zu bauen.
Das spannendste war die Busfahrt während des Rennens in der Innenbahn. Ich fand die Pferde sehr hübsch und finde es cool, wie die Trainer denen das mit dem Traben beibringen.
In dem Gebäude in Bahrenfeld war es sehr schön. Da hatte man einen guten Blick auf die Rennbahn. Die hatten dort sehr nette Angestellte, weil die sehr freundlich waren.“
Mehr auf der offiziellen Homepage: www.trabhamburg.de
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