Nächstenliebe, die ansteckt!

Anzeige
Reutlingen: Reutlingen |

Für viele Menschen ist die Weihnachtszeit die schönste Zeit des Jahres. Doch leider gilt dies für längst nicht alle Menschen. Insbesondere obdachlose Menschen haben es im Winter besonders schwer und müssen teils um ihr Leben fürchten. Dabei kann jeder mit wenig Einsatz bereits viel helfen. Ein muslimischer Restaurantbesitzer aus London zeigt, wie es geht.

Zur Weihnachtszeit sind viele Menschen bereit, die Alltagssorgen zumindest für eine kurze Zeit beiseite zu lassen. Im familiären Kreis wird selbst die härteste Seele empfänglich für Liebe, Zuneigung und Zweisamkeit. Dabei wird oft vergessen, dass längst nicht jeder Mensch Wärme und Geborgenheit im heimischen Kreis genießen kann.

Laut jüngsten statistischen Erhebungen steigt nämlich die Zahl der Obdachlosen in Deutschland sukzessive an. Derzeit werden hierzulande rund 335.000 Menschen ohne Wohnsitz gezählt. Das sind 90.000 Menschen mehr als noch 2010, ein Anstieg um 25,7 Prozent. Dies teilte die Bundesregierung jüngst in einer Erklärung auf Nachfrage der Linken mit.

Dabei lägen die Probleme gar nicht im unzureichend vorhandenen Wohnraum, sondern vielmehr in anderen, häufig sozialen bzw. psycho-sozialen Faktoren, so heißt es in der Verlautbarung der Bundesregierung, die sich auf die Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe beruft. Zukünftig wolle man dieses Problem fokussiert angehen. Hilfe ist aber bereits umgehend vonnöten.

Tod durch Winterkälte

Denn seit der Wiedervereinigung 1990 sind in Deutschland circa 300 Menschen den Kältetod gestorben, da sie den Witterungsbedingungen schutzlos ausgeliefert waren. Auch deswegen starten die Kommunen in Deutschland jedes Jahr pünktlich ihre Kältehilfeprogramme. Hamburg beispielsweise richtet jährlich 890 Notfallschlafplätze ein. Genug ist dies aber nicht.


Video: Viele Menschen begreifen die Not von Obdachlosen im Winter erst, wenn sie von persönlichen Schicksalen erfahren.

Denn aktuell schlafen noch immer circa 40.000 Menschen bei Minusgraden im Freien – ohne Dach über dem Kopf, schützende Mauern oder warmes Essen und Trinken. Derzeit bereitet obendrein die Flüchtlingspolitik weitere Probleme. Denn da viele Flüchtlinge in Deutschland nicht registriert sind, haben diese auch keinen Zugang zu den zahlreichen Flüchtlingsunterkünften und Aufnahmelagern.

Hilfe muss deswegen umgehend kommen – und das nicht ausschließlich von staatlicher bzw. kommunaler Seite. Jeder Einzelne kann bereits mit wenig Einsatz und Aufwand viel erreichen. Decken, Bekleidung, warmes Essen und Trinken können unter Umständen Leben retten. Als leuchtendes Beispiel ging jüngst ein Mann voran, von dem es viele vermutlich nicht erwartet hätten.

Muslimischer Restaurantbesitzer beeindruckt durch Nächstenliebe

„Niemand isst an Weihnachten allein. Wir sind hier, um bei euch zu sitzen.“ Das Bild dieser Worte, geschrieben in Handschrift auf einem großen Blatt weißem Papier, geht seit einiger Zeit durch die Medien. Verfasst hat sie der muslimische Restaurantbesitzer Serdar Kigili im Londoner Stadttteil Bexley.

Das kostenlose Angebot richtet sich an Obdachlose und ältere Menschen, die zur Weihnachtszeit alleine sind. Im türkischen Restaurant „Shish“ erhalten diese Menschen ein kostenloses 3-Gänge-Menü, bestehend aus Suppe mit Joghurt, Hühnchenspieß oder Gemüseeintopf sowie Reispudding als Dessert.

Die Idee kam dem türkischen Restaurantbesitzer, als ihm eine ältere Frau erzählt habe, dass sie an Weihnachten alleine sei. Serdar Kigili habe sich bei dieser Geschichte an seine eigene Mutter erinnert, die er seit fünf Monaten nicht gesehen habe, da diese in der Türkei lebe.

Mittlerweile haben sich zahlreiche Menschen der Aktion angeschlossen. Freiwillige Helfer für die Küche haben sich ebenso angekündigt wie Taxifahrer, welche die Menschen kostenfrei zum Restaurant fahren wollen.

Mit seiner selbstlosen Aktion gilt der muslimische Serdar Kigili gerade in Zeiten des Rechtspopulismus, der von den angeblichen Gefahren des Islam für die abendländische Kultur warnt, als leuchtendes Beispiel für Menschlichkeit abseits jedweder Religionszugehörigkeit.

Wohin mit dem Geld? 3 Tipps für sinnvolle Weihnachtsspenden

Wer selbst etwas Gutes tun möchte und dabei auf finanzielle Hilfeleistung setzt, der sollte sich gut überlegen, wem er sein Geld überlässt. Schlussendlich soll die Finanzspritze auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht wird.

Auch abseits der großen Hilfsorganisationen gibt es jede Menge, auch regionale Verbände, die gute Arbeit leisten, dafür umso mehr auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige