Wie viel Gier verkraftet unser Versicherungssystem (GKV)?

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Die derzeitige Regierungskoalition hatte sich 2010 mit ihrer „Medikamenten-Preisbremse“ sehr viel vorgenommen.

Das Ziel wurde damals wie folgt formuliert:
„Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, den Arzneimittelmarkt unter patienten-, mittelstandsfreundlichen und wettbewerblichen Kriterien effizient neu zu ordnen.“ (Auszug Hintergrundpapier)

Wenn man das Wort „patientenfreundlichen“ streicht, ist der Erfolg dann gegeben?

Nach dem aktuellen Krankenkassen-Report 2015 sind die Aufwendungen der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) auf 37 Milliarden Euro angestiegen (Rekord). Das bedeutet einen Anstieg um 4,8 Milliarden Euro, innerhalb von zwei Jahren!

Also hat die Regierung ihr Ziel doch erreicht: Eine weitere Umverteilung hin zur Pharmaindustrie und deren Beteiligten zu Lasten der Beitragszahler?
Hierzu reicht der Blick auf die Börsenkurse, Gewinne und Prognosen. Die Pharmamanager gehören zu den Bestbezahlten ihrer Zunft!

Der Blick außerhalb Deutschlands lohnt. Sind wir doch weltweit spitze bei den Medikamentenpreisen, zu Lasten unserer sozialen Krankenkassen. Es ist ein Unding, wie unser System an die Wand gefahren wird.
Es ist natürlich folgerichtig, dass ab November 2016 die Krankenkassenbeiträge steigen.

Nun dämmert es auch der Regierung, die das Gesetz derzeit nachzubessern versucht um die wirkungslose Medikamenten-Preisbremse zu retten.
Allerdings mit dem faulen Kompromiss der Geheimhaltung von neuen Medikamentenpreisen mit der Begründung nicht in den internationalen Wettbewerb eingreifen zu wollen. Wohl wissend, dass schon heute einzelne neue Präparate bei 100.000 € angesiedelt sind, pro Packung. Im Schnitt kosten Medikamente, die innerhalb der letzten drei Jahre auf dem Markt kamen, beachtliche 4.230 €.

Hier kann man nur dazu aufrufen, als Patient/-in und Beitragszahler wachsam zu sein. Verlangen Sie Preisauskünfte, und strafen Sie schlechte Gesundheitspolitik ab. Nehmen Sie Ihr Wechselrecht bei Beitragserhöhungen Ihrer Kassen wahr.
Fragen Sie auch Ihren Arzt oder Apotheker!

Wir tun gut daran, unser, zwar reformbedürftiges, aber gutes Versicherungssystem zu schützen. Es dient nicht der Bereicherung privater Unternehmen!

Abschließend kurz zu meiner Person.
Ich bin Gesundheitshandwerker (Zahntechnikermeister) und Mitglied der Ökologisch Demokratischen Partei Hamburg. Bei Fragen schreiben Sie mir gerne an michael.wikner@oedp.de

Bild und Text: Michael Wikner
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 16.10.2016 | 11:10  
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