Bilanz nach 20 Ehejahren

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Im munteren Disput über Ehe und Ruhestand: Laurence (Nora von Collande) und Pierre (Herbert Herrmann) Foto: Thomas Grünholz

In „Anderthalb Stunden zu spät“ gerät ein Abend aus den Bahnen

Winterhude Eine typische Ehesituation: Laurence und Pierre sind eingeladen, bei Freunden. Pierre steht schon am Fahrstuhl. Laurence ist noch nicht ganz fertig. Pierre drängelt. Die Zeit wird knapp. Laurence findet einen Grund nach dem anderen, um nicht aufzubrechen. Schließlich beschließt sie, überhaupt nicht zu gehen. Sie fühlt sich alt, zu nichts nütze - die Kinder sind aus dem Haus - und möchte mit Pierre über alles reden. Der ist verzweifelt, aber machtlos gegen seine temperamentvolle Frau. Schließlich gehen Laurence und Pierre zum Essen mit den Freunden – „Anderthalb Stunden zu spät“.

Schauspieler verheiratet


In dieser Zeit spielt das gleichnamige Stück von Gérold Sibleygras und Jean Dell im Winterhuder Fährhaus. Ein Leckerbissen für Nora von Collande und Herbert Herrmann, die selbst ein Ehepaar sind. Das wird sichtbar in nahezu jeder Szene.

Zündende Dialoge


Das Alter naht. Laurence und Pierre machen sich so ihre Gedanken über den Ruhestand, vor allem Laurence. Pierre sieht auch dem letzten Lebensabschnitt optimistisch entgegen. Klar, dass dabei auch die Vergangenheit nicht ausgelassen wird. Warum hat sich Laurence für Pierre interessiert, warum Pierre für Laurence? Diese und andere Fragen zu ihrer zwanzigjährigen Ehegeschichte möchte Laurence bei der Gelegenheit auch mal geklärt wissen. „Anderthalb Stunden zu spät“: das ist ein munterer Schlagabtausch zwischen zwei Ehepartnern, die trotz aller Gegensätze nicht voneinander lassen können.
Nicht mit allzu viel Tiefgang ausgestattet, aber mit zündenden Dialogen, wie geschaffen für zwei wirkliche Ehepartner auf der Bühne. Das tut den beiden gut, insbesondere Herbert Herrmann, der sich ein ums andere Mal von seinen oft allzu maskenhaften Stereotypen befreien kann.
Beim Schlussaplauss besiegelt ein Kuss die beste Leistung der beiden Publikumslieblinge der Komödie Winterhuder Fährhaus. „Anderthalb Stunden zu spät“ ist bis zum 17. Mai in der Komödie Winterhuder Fährhaus, Hudtwalckerstraße 13, zu sehen (480 680 80). (ch)
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