Der Erfolgskurs einer Autorin aus Winterhude

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Eroberte mit „Rosina-Romanen“ die Bestseller-Listen: Petra Oelker Foto: Wulff

„Rosina 11“ und „Emmas Reise“: Petra Oelker arbeitet an neuen Romanen

Winterhude Obwohl sie viel arbeitet, verlässt sie zwischendurch gerne den Schreibtisch in ihrer Wohnung am Lattenkamp. Zu kleinen Ausflügen ins Viertel etwa. Zwischen Alster und Stadtpark lasse sich wahrhaft „fürstlich wohnen“, obwohl die gebürtige Emsländerin sich früher nie vorstellen mochte, in einer Großstadt zu leben. Seit 1981 ist sie Wahlhambugerin und weiß die kleinen Läden oder Bus und U-Bahn vor der Haustür ebenso zu schätzen wie den Wochenmarkt mittwochs und sonnabends auf dem Winterhuder Marktplatz. Und sie freut sich über Begegnungen mit netten Nachbarn, ihren Kindern und Hunden. „Alles ist hier so schön normal, das kommt dem Leben auf dem Dorf, das ich mir immer wünschte, doch recht nah“, meint Petra Oelker, 68.

Dubiose Morde


Zehn historische Hamburg-Krimis hat die Schriftstellerin verfasst, alle spielen im Hamburg des 18. Jahrhunderts. Alle wurden Bestseller. Die Schauspielerin Rosina ermittelt darin dubiose Mordfälle, immer wenn es brenzlig wird, gibt ihr eine echt hanseatische Kaufmannsfamilie den nötigen Rückhalt. „Rosina 11“, so der Arbeitstitel für den elften Band, sei zwar schon in Arbeit, erklärt die Schriftstellerin, werde aber erst 2017 erscheinen. Denn zunächst ist „Emmas Reise“ an der Reihe: ebenfalls ein historischer Roman, der im September erscheinen soll. Allerdings handelt er in der Zeit um 1650. Die Protagonistin Emma hat ihr Leben während des Dreißigjährigen Kriegs im sicheren Hamburg verbracht. Als endlich Frieden einzieht, reist sie wegen Erbangelegenheiten nach Amsterdam, muss dabei jedoch große Abenteuer und Gefahren durchstehen. „Diese Epoche war mir weniger geläufig wie die Zeit, in der die Rosina-Romane spielen“, gesteht Petra Oelker, weshalb sie wieder gründlich in Bibliotheken, Archiven und Museen recherchiert.

Gedanken laufen lassen


Gerade hält sie eines ihrer frisch gedruckten Werke in Händen, es ist eine Neuauflage: „Das glücklichste Jahr – Das Leben der Eva Lessing.“ Darin zeichnet Oelker anhand originaler Briefe Lessings das Leben zur Zeit der Aufklärung nach – in einer Liebesgeschichte quer durch Europa: Gotthold Ephraim Lessing wird in seinem Hamburger Freundeskreis auch mit dem weltmännisch-aufgeschlossenen Seidenhändler König und seiner Frau Eva bekannt. Als König auf einer Reise nach Venedig stirbt, hält Lessing intensiven Briefkontakt mit der Witwe. Nach Jahren werden sie ein Paar, doch dem Glück ist nur wenig Zeit gegönnt: Eva stirbt am Kindbettfieber. Ein Schicksal, von dem sich Lessing nie erholen wird. Fröhlich gestimmt beginne die Winterhuder Autorin das neue Jahr – natürlich mit guten Vorsätzen: „Neugierig-offen“ will sie bleiben und viel Wandern. Denn so bekommt sie den Kopf frei und kann „Gedanken laufen lassen, wie sie wollen.“ (wh)
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