Einblicke aus Peru

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Heinz Plenge, Tiere und die Kamera. So fühlt sich der peruanische Fotograf wohl Foto: Penge
 
Ein Schamane in Peru im Einsatz Foto: Heinz Plenge

Fotograf Heinz Plenge stellt im Völkerkundemuseum aus

Rotherbaum Er liebt seine Heimat, den Norden Perus, und hat diese Region umfassend mit der Kamera festgehalten. Heinz Plenge, peruanischer Fotograf deutscher Abstammung, verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen von Fotografien über Peru. Rund eine Million Fotos sollen es sein. Bis zum 10. Januar 2016 ist eine Reihe seiner Werke im Völkerkundemuseum, Rothenbaumchaussee 64, in der Ausstellung „Nordperu: Menschen – Mythen – Natur“ zu sehen. Fotos von den Menschen, den Tieren, von der Landschaft und den Überresten alter Kulturen. Heinz Plenge interessiert sich einfach für alles im Norden Perus. Für die Arbeit, die Geschichte und Kultur der Nordperuaner, insbesondere aber auch für die Flora und Fauna in seinem Land. In den letzten 50 Jahren hat er ausgedehnte Reisen in zum Teil schwer zugängliche Gebiete wie das Amazonasgebiet im Nordosten oder in die bergige Andenregion Perus mit Gipfeln von 4.000 Metern Höhe unternommen. Zunächst ohne zählbaren Erfolg. Plenge, der mit elf Jahren von seinem Vater zwei Kameras geschenkt bekam, begeisterte sich fortan für die Fotografie. 1973 eröffnete er ein Fotostudio in Chiclayo und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Auftragsarbeiten. Zu seiner Leidenschaft aber, angeregt durch den deutschen Forscher Hans H. Brüning, der 1875 bis 1925 in Nordperu lebte und umfangreiche archäologische Sammlungen und rund 3.000 Fotografien hinterließ, entwickelte sich die Fotografie dieser Region. „Am Wochenende bin ich durch Nordperu gereist und habe Fotos gemacht, für die sich zunächst niemand interessierte“, erzählt Heinz Plenge. Erst 1992 begannen sich Institutionen und Zeitschriften für seine Werke zu interessieren. Inzwischen sind seine Fotos in über 30 Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt worden. Der Fotograf wurde mit vielen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet und hat mehrere Bücher geschrieben. Er hat Völker im Regenwald kennengelernt, die fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten leben, und Ausgrabungen, auch illegale, miterlebt und dabei viele Schwierigkeiten bewältigt. „Auf meinen Reisen habe ich Gott kennengelernt“, sagt Plenge über seine Expeditionen. Manchmal unter Lebensgefahr. Einmal verirrte er sich, blieb mit einer Nahrungsration für einen Tag zehn Tage im Nationalpark Manú im Amazonasgebiet verschollen. „Zwei Franzosen, die zur selben Zeit verschwanden, sind nie wieder aufgetaucht“, erzählt der Fotograf.

Privates Schutzgebiet


In jüngster Zeit hat sich Plenge für den Naturschutz stark gemacht. Er hat ein 35.000 Hektar großes Gebiet im Trockenwald namens Chaparrí als erstes privates Schutzgebiet Perus ausgewiesen. In dem Ökoreservat bietet er gemeinsam mit der lokalen Gemeinde Santa Catalina de Chongoyape Ökotourismus an. 60 Gemeinden in Peru folgen inzwischen seinem Beispiel. „16 Prozent der Fläche von Peru steht unter Naturschutz, aber große Konzerne betreiben Raubbau an Holz, Fischen und im Bergbau“, erzählt Heinz Plenge. Er wird weiterkämpfen für die Natur seiner Heimat, die er so eindrucksvoll abgelichtet hat. (ch)

Nordperu: Menschen – Mythen – Natur. Fotografien von Heinz Plenge: Museum für Völkerkunde
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