Einweihung im Morgengrauen

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Zur Eröffnung des Maoris Hauses spielte auch die Maori-Gruppe Te kapa o Ngati Tarawhai aus Neuseeland.

Maori-Haus im Völkerkundemuseum eröffnet

Rotherbaum. Die Einweihung fand im Morgengrauen statt, kurz vor Sonnenaufgang, so wie es Sitte ist unter den Maoris. Angehörige des Stammes der Te Arawa, die auf der Nordinsel Neusseelands siedeln, waren nach Hamburg gekommen, um im Völkerkundeumuseum ein Versammlungshaus ihrer Vorfahren nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten einzuweihen.
Es ist eines der größten und bedeutensten Objekte des Völkerkundemuseums, das nun in neuem alten Glanz erstrahlt: Das Maori-Haus, eines von vier Versammlungshäusern der neuseeländischen Eingeborenen außerhalb Neuseelands. Ein reich verziertes Versammlungshaus, einzigartiges Beispiel neuseeländischer Schnitzkunst.
„Insgesamt fühlt sich das Haus zwar wohl bei euch und fühlt sich gut behandelt, aber es ist traurig und einsam“, hatten Maoris, die das Haus Rauru, so der Name in der Landessprache, in den vergangenen Jahren besucht hatten, Museumsdirektor Professor Wulf Köpke immer wieder erzählt.
Das lag an der dunklen Atmosphäre des Raumes, in dem Rauru vor der Restaurierung stand. Er hatte pechschwarze Wände. Köpke beabsichtigte schon seit seinem Amtsantritt vor 20 Jahren das Maori-Haus neu zu präsentieren. Maori-Gäste aus den letzten Jahren bestärkten ihn in diesem Vorhaben. Im Sommer 2011 startete die Restaurierung in enger Abstimmung mit den Maoris. Nun ist alles hell rund um das, mit dem typischen Maori-Dachbelag Raupo, einem Rohrkolbengewächs, neugedeckte Haus Rauru. Dachfenster in dem Raum, in dem das Maori-Haus steht, wurden wieder freigelegt und die Wände hell gestrichen. Eine zwölfstufige Treppe führt auf das Haus zu, das in den Augen der Maoris lebt. Es ist wie ein Vorfahre, in dessen Innenleben man sich begibt. Daher gelten strenge Vorschriften. Man darf Rauru nicht mit Schuhen betreten und darf nicht in ihm essen und trinken - auch kein Kaugummi kauen!
Seit 100 Jahren steht das Maori-Haus im Völkerkundemuseum, dessen erster Direktor, Georg Thilenius, es den Maoris abgekauft und nach Hamburg geholt hatte. Der bedeutende Maorischnitzer Tene Waitere hatte es gebaut. 1900 war es nach langer, von Todesfällen überschatteter Bauzeit im Norden Neuseelands eingeweiht worden.
u Neben dem restaurierten Maori-Haus ist bis 18. Juli 2013 auch eine Fotoaustellung zur Geschichte und den Traditionen der Maoris zu sehen: Te Ara - Der Weg der Maori. (ch)
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