Farben-Welt entdecken

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Beim gemeinsamen „Blindzeichnen“, bei dem man porträtiert ohne auf das Blatt zu schauen, entstehen immer wieder interessante Werke Foto: Gabriel
 
Malen und zeichnen nicht gern allein: Eva Biesenbender (links) und Crucita Unbehaun Foto: wb

Im „Atelier im Hof“ sind weitere Hobbykünstler willkommen

Winterhude Montagabend am Goldbekhaus: Besucher stellen ihre Fahrräder ab und suchen nach dem passenden Hauseingang. Sie wollen sich über das Imkern informieren oder zum Yoga oder Tanzen gehen. Es ist längst dunkel geworden, doch der Kreativraum ist hell erleuchtet. Hier, im „Atelier im Hof“, wird gemalt. Die Erste, die kommt, setzt eine Kanne Tee auf.
Heute ist das Eva Biesenbender. Nachdem die ehemalige Kunsterzieherin den Tee vorbereitet hat, packt sie ihre Malutensilien aus. Zum Vorschein kommen ein großer Kasten mit Acryl-Farben, einige Pinsel und das Bild, an dem sie gerade arbeitet. „Farbe fasziniert mich einfach“, sagt die 68-Jährige. In den Seitenregalen stapeln sich Gläser, Tuben und bunte Farbflaschen. Jeden Montagabend trifft man sich hier in einer kleinen Gruppe zum Malen. Zurzeit sind es ausschließlich Frauen.
Das Atelier gibt es bereits seit 2007. Aus den ursprünglichen Räumen in der Forsmannstraße musste man raus, fand dann aber vor zwei Jahren im Goldbekhaus eine neue Bleibe. „Jeder, der Freude am Malen hat, kann bei uns mitmachen“, sagt Eva Biesenbender, die als Ansprechpartnerin fungiert. Sie selbst begeistert sich für Stillleben und ist beseelt vom künstlerischen Geist der Sechzigerjahre. „Ich war schon immer ein sehr visueller Mensch“, erzählt sie. Ebenfalls dabei ist Crucita Unbehaun (36). Die begeisterte Hobby-Künstlerin kam 2010 über eine Freundin zur Gruppe. Derzeit widmet sie sich vor allem dem Zeichnen, doch ab und zu malt sie auch. „Hauptsache, das Bild wird gut“, sagt sie. Menschen, Blumen und Stillleben gehören zu ihren liebsten Themen. Nicht alle Frauen aus der Gruppe sind regelmäßig dabei. Einige sind berufstätig oder haben kleine Kinder. Die Miete teilt man sich untereinander auf, das Material bringt jeder selbst mit. „Zu Hause im stillen Kämmerchen zu malen ist nicht jedermanns Sache“, sagt Eva Biesenbender. „Oft möchte man einfach mal auf Gleichgesinnte treffen, über Kunst sprechen und dabei neue Ideen entwickeln. Genau das bieten wir hier an“.
Feste Themen gibt es nicht, jede Malerin hat ihre eigenen Vorlieben. Crucita Unbehaun arbeitet an einer Staffelei. Ihre neueste Zeichnung nimmt Konturen an. „Wir hatten schon Ausstellungen an verschiedenen Orten in Hamburg“, erzählt sie. „Es wäre toll, wenn noch Leute dazukommen würden. Wir haben Platz für zwölf Personen, zurzeit sind allerdings nur sechs bis acht fest dabei.“

Ausstellung: 28.11., 12-17 Uhr, 29.11., 10-14 Uhr, Moorfuhrtweg 9, Kreativraum im Hof 9d, www.goldbekhaus.de

Platz für einen Gastkünstler:
Ab Mitte Februar 2016 bietet die Ateliergemeinschaft Goldbekhof einem bildenden Künstler/-in mit Fluchthintergrund ein Jahr lang ein Atelier. Zur Bewerbung sollen eigene Kunstwerke oder Fotos von eigenen Kunstwerken und ein kurzer Lebenslauf vorgelegt werden. Der Künstler/ die Künstlerin sollte vor kurzem nach Hamburg gekommen sein. Eine Bewerbung kann noch bis zum 15.11. schriftlich vorgelegt werden. Per Mail: annettereher@aol.com. Oder: Goldbekhof e.V., c/o Annette Reher, Moorfuhrtweg 9b, 22301 Hamburg
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