Fotograf Peter Thomann zeigt sein Eppendorf

Wann? 13.04.2017 bis 05.05.2017

Wo? Schrammsweg 17, Schrammsweg 17, 20249 Hamburg DE
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Der gespiegelte Dalmatiner begegnete Peter Thomann zufällig auf der Straße und stand willig Modell Foto: Thomann
 
Der Fotograf Peter Thomann Foto: Flüß
Hamburg: Schrammsweg 17 |

Galerie im Schrammsweg zeigt seine Arbeiten ab dem 23. März

Von Miriam Flüß
Eppendorf
Im Alter von nur 23 Jahren wurde Peter Thomann mit dem Oscar der Fotografie, dem World Press Photo-Award ausgezeichnet. Sein Foto „Stute mit Fohlen“ wurde weltberühmt, hängt in zahlreichen Sammlungen und Museen und gilt als Ikone der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie. „Das war ein Glückstreffer und ein klassisches Beispiel für den richtigen Augenblick“, resümiert der 76-jährige Fotograf, der seit 1972 in Eppendorf lebt. In seinen aktuellen Arbeiten hat der Weitgereiste – der „Stern“ engagierte ihn nach seinem frühen Erfolg vom Fleck weg – sich nun seinem heimischen Kiez gewidmet. Frei nach Goethe „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Erstaunliche liegt so nah“ ist Thomann mit der Kamera durch die Eingangshallen von Eppendorfs herrschaftlichen Häusern gezogen und hat erkannt: „Für ein gutes Foto muss man nicht weit reisen.“

Idee entstand vor eigener Haustür

Die Idee kam ihm vor der eigenen Haustür: „Im Entrée meines Hauses im Woldsenweg habe ich entdeckt, dass der Blick durch die Spiegel in die Unendlichkeit ein Erlebnis ist“, erzählt Thomann. „Ich bin dann in fast jedes Haus und habe nach fotogenen Spiegeln gesucht.“ In Nachbarhäusern im Woldsenweg, im Schrammsweg, in der Isestraße, Hegestraße, Eppendorfer Landstraße, Oderfelder Straße, im Loogestieg und im Jungfrauenthal wurde er fündig. Zahlreiche Hauseingänge mit sich gegenüberliegenden, reich mit Stuck verzierten Spiegeln warteten hier. „Es ist unglaublich, was für aufwändige Entrées es hier gibt“, freut er sich. Die Bewohner der Häuser wurden durch Thomanns Blick auf die scheinbar endlose Spiegelung oft erst auf den Schatz im eigenen Hauseingang aufmerksam: „Das hat vielen die Augen geöffnet, obwohl die Leute ja jeden Tag daran vorbeilaufen.“

Ausstellung startet am 23. März zu

Rund 30 dieser Entrées, analog in Schwarz-Weiß fotografiert, sind als Silbergelatineabzüge vom 23. März bis zum 15. April in der Galerie KunstzimmerEppendorf im Schrammsweg 17 zu sehen. Auch die berühmte „Stute mit Fohlen“ ist dann ausgestellt: „Darum komme ich nicht herum“, lacht Thomann. Als er das Foto für eine Reportage schoss, war der Sohn eines Künstlerpaares noch Student an der Folkwang Schule. Dem World Press Photo-Award folgte bereits ein Jahr später ein weiterer für ein Bild der Souks von Marrakesch. Seine Anstellung beim „Stern“ von 1968 bis 2005 führte ihn in die ganze Welt: „Meine Generation konnte aus dem Vollen schöpfen, es gab keine Sparmaßnahmen.“ Seine jungen Kollegen beneidet Thomann nicht: „Es gibt kaum noch festangestellte Fotografen. Heute kann jeder fotografieren.“ Die Eppendorfer Entrées, aufgenommen in entrückter schwarz-weißer Atmosphäre mit dem Charme der klassischen Fotografie dürften so jedoch nicht jedem gelingen. Für Galeristin Dörte Meichsner, die mit ihrem Kunstzimmer das einjährige Bestehen feiert, ist die Ausstellung eines Eppendorfer Fotografen mit Eppendorfer Motiven ein Glücksfall: „Die wunderschönen, analogen Fotografien ergeben eine gute Mischung mit der vorwiegend jungen, innovativen Kunst, die ich zeige“, freut sie sich. Im Kabinett zeigt sie neben „Focus Infiniti – Eppendorfer Entrées“ Werke der Künstler, die schon im Kunstzimmer ausgestellt haben.

„Focus Infiniti – Eppendorfer Entrées“: Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 23. März, um 18 Uhr. Bis zum 15. April sind die Bilder dienstags, mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr zu sehen sowie donnerstags von 14 bis 20 Uhr und sonnabends von 11 bis 16 Uhr. Galerie Kunstzimmer, Schrammsweg 17
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