Gut aufgelegte Darsteller in Hamburg

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Für Ex-Mann Rainer (Andreas Schmidt) hat Marlene (Adisat Semenitsch) nur noch das Nudelholz übrig Foto: Joachim Hiltmann

Winterhuder Fährhaus: Komödie „Mittendrin“ über familiäre Verwicklungen

Hamburg. Alleinerziehende Mutter hat Probleme mit Teenager-Tochter und mit dem Ex, findet nur Trost bei der besten Freundin, mit der sie gelegentlich um die Häuser zieht. Die Personenkonstellation der Komödie „Mittendrin“ von Folke Braband, die kürzlich im der Komödie Winterhuder Fährhaus Premiere hatte, ist nicht sonderlich originell, abgesehen von der Mutter der Mutter, die zwar bereits verstorben ist, aber trotzdem noch durch die Wohnung ihrer Tochter geistert und gute Ratschläge gibt.
Beide, Mutter und Tochter, haben noch etwas nachzuholen. Sie haben sich zu Mutters Lebzeiten einfach zu wenig umeinander gekümmert. In Brabands Regie entwickeln sich muntere Dialogduelle zwischen der alleinerziehenden Marlene, einer zeitlich gut durchgetakteten Powerfrau, und Tochter Lilly, die ihre Mutter mit bunten Strähnchen im Haar schockiert.

Herumgeisternde Mama

Noch größer ist Mamas Entsetzen, als sie erfährt, dass die 15-jährige Lilly einen Freund hat, der Marlene aber beim ersten Besuch mit seinem makellosen Body verzaubert. Als sie dann auch noch erfahren muss, dass ihr Ex-Mann, von dem sie sich getrennt hat, Gefallen an ihrer besten Freundin Charly findet, die von einer Beziehung in die nächste stolpert, ist das Gefühlschaos perfekt.
Immer mittendrin ist Muga Lu, Marlenes verstorbene Mutter, die nur Marlene sehen und hören kann, und die die emotionalen Verwicklungen mit bissigen Bemerkungen kommentiert.
Marlene und ihre Mutter kommen sich im zweiten Teil in einer anrührenden Szene endlich näher. Da wird´s plötzlich mucksmäuschenstill im Publikum. Aber nur in diesem Moment blitzt die ernsthafte Komödie auf, die Folke Braband offenbar schreiben wollte. Ansonsten regiert lockere Leichtigkeit, die von der gut aufgelegten Darstellerriege mit viel Schwung und Pep meisterlich in Szene gesetzt wird. Allen voran (mal wieder!) Adisat Semenitsch zwischen Mutter, Tochter, Ex und bester Freundin, bestens assistiert von Maike Bollow (Charly) und Manon Straché (Muga Lu). Andreas Schmidt kommt als Ex-Mann Rainer schön steif daher und das junge Paar Lisa Becker und Christoph Schulenberger weiß mit generationstypischen Standards zu punkten. (ch)

„Mittendrin“ läuft bis zum 18. Januar, Komödie Winter-huder Fährhaus, Karten unter Tel.: 480 680 80
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