Hamburg: Nicht das Gesicht verlieren!

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„Der Hässliche“ bekommt im Fährhaus eine Schönheits-OP

Hamburg. Das ist ein Schock für Herrn Lette. Den erfolgreichen Mitarbeiter einer Elektro-Firma halten alle für hässlich, wovon Lette nichts wußte. Erst als sein Chef seinen Assistenten bei der Präsentation einer Erfindung von Lette auf einem Kongress bevorzugt, wird es offensichtlich: Lettes Gesicht wirkt nicht verkaufsfördernd. Als ihm auch seine Frau gesteht, ihn schon immer für hässlich gehalten zu haben, investiert Lette in eine Schönheits-OP.
Die Macht der Schönheit, normierte Erfolgsrezepte und den Kampf um die eigenen Identität nimmt Marius von Mayenburg in seiner skurrillen Komödie „Der Hässliche“ unter die Lupe, die jetzt im Theater Kontraste, im kleinen Saal der komödie winterhuder färhaus Premiere hatte.
Die Schönheits OP beschert Lette zunächst ein traumhaftes Leben. Nun darf er alle Produkte seiner Firma präsentieren, denn er hat jetzt ein richtiges Verkaufsgesicht. Die Frauen stehen Schlange. Lette kann überall wählen. Bis Lettes Gesicht nicht mehr einzigartig ist.
Immer mehr Menschen wollen dieses Erfolgsgesicht. Identitäten verschwimmen. Niemand weiß mehr, wer er wirklich ist. Die Frauen nehmen ´mal diesen, ´mal jenen mit dem Lette-Gesicht. Für den Original-Lette wird die Schönheits OP zum Albtraum.

Tendenz: Einheitsideal

Harald Weiler als Lette sowie Kerstin Hilbig, Dirk Hoener und Ole Schloßhauer in verschiedenen Rollen entwerfen in der präzisen Regie von Meike Harten in kurzen, ineinandergreifenden Szenen, in denen die Identitäten ebenso nathlos ineinanderübergehen, ein groteskes Abbild unserer schönheits- und erfolgsorientierten Gesellschaft mit Tendenz zum Einheitsideal. Sehenswert! Vorstellungen bis 17. Mai, Karten unter Tel.: 480 680 80. (ch)
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