Hamburg: Über Heimatgefühl und Fremdsein beim Festival Eigenarten

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„Hey Wena! Hey you“, heißt das Stück der beiden Tänzer Jessica Nupen und Issiaka Moussa Foto: wb

Zehn Tage lang - vom 23. 10. bis 2. 11. - zeigt das Interkulturelle Festival Eigenarten 40 Aufführungen von Künstlern

Hamburg-WINTERHUDE. Sie kommen aus der ganzen Welt und haben in Hamburg eine neue Heimat gefunden: Künstler, die auf dem Interkulturellen Festival Eigenarten in mehr als 40 Veranstaltungen beweisen wollen, mit welch‘ unbändiger Kreativität und Leidenschaft für die Kunst sie das Leben in der Hansestadt bereichern möchten.

Das Eigenarten Festival bringt Theater und Tanz, Musik und Performance, Bildende Kunst und Literatur auf die Bühnen der Stadt, vom Thalia Gaußstraße bis zum Goldbekhaus, vom Kleinen Michel bis zum Polittbüro. Eigenarten geht dieses Jahr in die 15. Runde. Über 100 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen laden vom 23. Oktober bis 2. November dazu ein, ihre neuesten Produktionen, darunter viele Premieren, zu sehen.

Von Anfang an ist das Goldbekhaus als Kooperationspartner dabei. Dieses Jahr bietet das Stadtteilzentrum am Moorfuhrtweg 9 fünf Gruppen ein Forum für ihre vielschichtigen Beiträge. Den Auftakt macht am Donnerstag, 30. Oktober, um 20 Uhr das Theaterensemble Follown mit der Premiere ihres Stücks „Die Herren des Wahnsinns“, dem zweiten Streich ihrer Europa-Trilogie. Ging es im ersten Teil „um die märchenhafte und mythologische Verpackung der Abschottung Europas“, werden nun auch die Register der mystischen Dimension gezogen. Aus der traumatischen Erfahrung des Kolonialismus heraus wurden verrückte Geister geboren. Diese fühlen sich heute berufen, das kranke Europa aufzusuchen und zu behandeln.... (Weitere Vorstellung: Freitag, 31. Oktober, 20 Uhr, Eintritt 12/10 Euro.)
Mit neuem Programm wirbeln die fünf Musikerinnen und Musiker von Taikoon über die Bühne. Ihre Grooves entfalten mit zahlreichen japanischen Trommeln, den Taikos, und Percussion-Instrumenten Tiefe und Vielschichtigkeit und fordern dabei vollen Körpereinsatz. Zusammen mit geschickt gesetzten Spannungsbögen entsteht ein rhythmisches Gesamterlebnis für Augen und Ohren. (Donnerstag, 31. Oktober, 20.30 Uhr, 12/10 Euro).

Die „Elefantenreise nach Deutschland“ am Sonnabend, den 1. November, um 16 Uhr nimmt Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene mit auf eine spannende Entdeckungstour: Papa und Tochter Elefant haben nichts mehr zu essen. Eine aufregende, manchmal gar gefährliche Reise beginnt, an deren Ende sie im Hamburger Hafen landen. Eine Geschichte von Fremdsein und Familienzusammenhalt, Sehnsucht und Heimat (8/6/5 Euro).
Theaterstück mit Kindern
Die nackte Wahrheit wollen die beiden Tänzer Issiaka Moussa und Jessica Nupen mit ihrem Stück „Hey Wena! Hey you!“ aufdecken. Mit ihrem afrikanischen Blick konzentrieren sie sich auf Illusionen im Postkolonialismus und „den im heutigen Leben immer präsenten Faktor der Falschheit“. Es entfalten sich Szenarien, in denen das wahre Gesicht eines Individuums vor aller Augen bloßgestellt wird (weitere Vorstellung: Sonntag, 2. November, 19 Uhr, 14/12 Euro). Darsteller zwischen neun und zwölf Jahren zeigen in „Move!“, wie die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen in einer urbanen, medialen Umgebung verlaufen kann. Die Neuproduktion von Lukulule beschreibt Themen wie erste Liebe, Umgang mit Autoritäten und der zwiespältige Wunsch nach mehr Freiheit und Rechten einerseits, familiärer Geborgenheit andererseits. Sonntag, 2. November,
15 Uhr, der Eintritt kostet 12/8/5 Euro. (cb)
Mehr Infos: www.festival-eigenarten.de
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