Hamburger Kammerspiele starten mit Rock-Musical

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Carolin Fortenbacher spielt die „fast normale“ Mutter im Rock-Musical „Fast normal“ Foto: Anatol Kotte

Das Broadway-Stück „Fast normal“ eröffnet die neue Spielzeit in Harvestehude

Von Miriam Flüß
Harvestehude
Großes vorgenommen haben sich die Hamburger Kammerspiele für die neue Spielzeit. Auf die Bühne kommen zahlreiche Großproduktionen. Die erste, das Rock-Musical „Fast normal“, eröffnete am 4. September mit elf Mitwirkenden die Spielzeit. Zwei weitere Premieren folgen im September. Und auch in die „Verpackung“ wurde investiert: Das Privattheater hat sich ein neues Gewand, eine neue Corporate Identity inklusive neuem Logo gegönnt. Auch die Schrift des Spielplanes hat sich gewandelt – schlecht lesbar sei die alte gewesen, fanden die Theaterbesucher. „Das wird ein Knaller“, freute sich Intendant Axel Schneider auf die Premiere des Rock-Musicals „Fast normal“ mit Carolin Fortenbacher in der Hauptrolle. Dabei ist an dem Pulitzer-Preis gekröntem Broadway-Erfolg eigentlich wenig normal: Im Mittelpunkt steht die psychisch kranke Mutter einer amerikanischen Familie, die durch ihr Borderline-Leiden einen normalen Familienalltag schwierig macht. Das schwere Thema kommt in einem leichten Musical-Gewand daher, das, so Axel Schneider, die Erkrankung aber nicht denunziert. Mut hätte die Inszenierung auch auf Grund der großen Ensemblegröße dennoch gekostet. Die vergangene Spielzeit sei mit einer Auslastung von 78 Prozent solide gewesen, aber die hervorragende vorherige hätte ein finanzielles Polster für solche Wagnisse geschaffen, so Schneider. In „Place of Birth: Bergen-Belsen“, das ebenfalls im September Premiere feiert, zeichnet der Intendant auch für die Regie verantwortlich. Zusammen mit Schauspieler Peter Bause bringt Schneider den dritten Teil „einer ungeplanten Trilogie“ auf die Bühne und vollendet mit dem Nachkriegs-Drama um einen Juden, der an seinem Geburtsort, dem KZ Bergen-Belsen, die NS-Verhaftung der Nachkriegszeit erlebt, nach „Jugend ohne Gott“ und „Die Judenbank“ eine thematische Reihe. Gilla Cremer vollendet mit ihrem neuen Stück „#Freundschaft“ die Premieren-Trilogie im September. Brandaktuell ist „Am Rand“ der türkischen Autorin Sedef Ecer um das Thema Flucht und gestrandetes Leben unter der Regie von Hansgünther Heyme. Um Schauspieler geht es in der Komödie „Diven“ von Helen Schneider, die auch selbst auf der Bühne steht, und Konstantin Moreth sowie in „Ganzkörpereinsatz“ mit Julia Koschlitz in der Hauptrolle. Ein Highlight verspricht das Weihnachtsstück „Mein ziemlich seltsamer Freund Walter“ zu werden, in dem Autorin Sibylle Berg ihr Debüt mit einem Kinderstück gibt. Außerdem setzt Schneider mit „Wand an Wand“ und „Ich werde nicht hassen“ zu Weihnachten auf Bekanntes.

Weitere Infos: Hamburger Kammerspiele
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