Hamburger Kammerspiele zeigen „#Freundschaft“

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Drei Kategorien von Freunden gibt es, erfährt Schauspielerin Ruth (Gilla Cremer) Foto: Arno Declair

Solo-Abend mit Schauspielerin Gilla Cremer über das Thema „wahre Freundschaft“

Von Miriam Flüß
Rotherbaum
Schauspielerin Gilla Cremer ist den Besuchern der Hamburger Kammerspiele mit ihren Solo-Abenden, darunter zuletzt „Die Dinge meiner Eltern“, ans Herz gewachsen. Als eine gute Freundin des Hauses bezeichnet sie Intendant Axel Schneider. Der Freundschaft widmet die 59-Jährige nun ihren neuen Solo-Abend. Begleitet von Gerd Bellmann am Klavier reflektiert Gilla Cremer als Schauspielerin Ruth, um die 60, über Freunde, die nach George Bernard Shaw „die Entschuldigung Gottes für Verwandte“ sind. Anlass ist ein Buch über eben dieses Thema, das ihre alte Schulfreundin Niwea (ein Spitzname für deren Leidenschaft für die berühmte weiße Creme) als Philosophie-Professorin schreibt. Ihre Freundin möge der Freundschaft doch einen Bühnenabend widmen, so ihr Wunsch. Ruth durchlebt in der Erinnerung die Stationen ihrer Freundschaft zu Philosophin Niwea, der Ärztin Britta und dem Musiker Knut (Gerd Bellmann) die eine eingeschworene Gemeinschaft bildeten. Die aber nicht nur wilde Partys, Trost und Beistand in Lebenskrisen oder tatkräftige Unterstützung bei Umzügen ausmachte, sondern auch Neid auf vermeintlich glückliche Beziehungen und Eifersucht. Laut wissenschaftlichen Forschungen, doziert Ruth, verlängern gute Freunde das Leben, erhalten die Gesundheit und machen glücklicher. Aber wer ist ein wirklich guter Freund? Und wie hat sich die Definition der Freundschaft im Laufe der Jahrhunderte, von der Antike bis heute gewandelt? Auch dem geht Ruth auf die Spur und muss neben tief beglückenden Situationen mit ihren Freunden auch herbe Enttäuschungen einstecken – etwa, weil einem befreundeten Paar die Lieferung ihrer Einbauküche wichtiger ist als die Einladung zu Ruths 50. Geburtstag. Gilla Cremer lotet mit wenigen Requisiten die vielen Facetten der Freundschaft feinfühlig aus und driftet unter der Regie von Dominik Günther nur gelegentlich in eine akademische Variante der Sitcom „Friends“ ab. „Freunde sind unsere Lebenszeugen“, stellt Ruth fest und entlässt das Publikum, das „#Freundschaft“ mit viel Beifall und zahlreichen Blumensträußen für die Künstlerin begeistert aufnahm, aus einem nachhaltigen Abend in die Nacht.

„#Freundschaft“ ist am 10. Oktober und 11. Dezember wieder in den Hamburger Kammerspielen zu sehen, Informationen und Karten auf www.hamburger-kammerspiele.de oder Telefon 41 33 440
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