Hintergründiges und Meer

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In Winterhude entstehen die Romane von Frank Schulz (58) Foto/Repro: Flüß

Der Winterhuder Autor Frank Schulz schickt seinen Detektiv Onno Viets auf Kreuzfahrt

Winterhude Beim Ablegen des Kreuzfahrtschiffes „Flipper IV“ in Mallorca ertönt zu einer Licht-Show Delphin-Gekekker aus den Bordlautsprechern. Für Passagiere kann das ein Grund sein, das Schiff zu verlassen, wenn man noch kann. Für Fans des hintergründigen Humors ist der zweite Onno-Viets-Roman des Winterhuder Autors Frank Schulz (58) ein Grund, unbedingt an Bord zu bleiben. Denn mit „Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen“ erwartet die Leser eine weitere schräge Kriminalgeschichte um den Privatdetektiv: Er leidet nach seiner Begegnung mit dem „Irren vom Kiez“ unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und begleitet den exzentrischen Künstler Donald Jochemsen auf eine Mittelmeer-Kreuzfahrt.
Etwas angeschlagen hat sich „Onno Viets“-Schöpfer Frank Schulz in seinem Winterhuder Wohn- und Arbeitszimmer unterm Dach auf der Couch ausgestreckt. Er hat’s im Rücken. „Und ich bin ziemlich platt von den Lesereisen.“ Die führten Schulz Anfang des Jahres auch nach Kassel, wo er mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet wurde. Und für das „Schiff der baumelnden Seelen“ hat der Winterhuder sich zur Recherche zum ersten Mal an Bord eines Kreuzfahrtschiffes begeben. Schulz‘ Protagonisten nehmen konträre Positionen zum Reisen auf dem Wasser ein. Während der gutmütige Onno das Bordleben durch eine rosa Brille sieht, kann Misanthrop Donald dem All-inclusive-Treiben wenig abgewinnen. Und Autor Schulz? „Ich bin eine Landratte, Segeln ist auch nichts für mich.“ Das Schiff als Schauplatz sei hinsichtlich Zeit und Verortung aber ideal, um „zwei schwierige Figuren in einer heiklen Umgebung aufeinanderprallen zu lassen.“ Interessant ist das für den Autor auch: „Zu einem Zeitpunkt, an dem der Meeresspiegel steigt, steigen auch die Kreuzfahrtraten. Es geht gar nicht mehr um die Destinationen, die Leute schunkeln einfach nur herum.“ So wird aus der Kurt Tucholsky zugeschriebenen und „im Tourismusmarketing penetrierten“ Schöpfung die Seele baumeln lassen der im doppelten Sinne treffende Romantitel. Seit zwei Jahren lebt Schulz, der 1957 in Hagen bei Stade zur Welt kam und jahrzehntelang in Eimsbüttel wohnte, in Winterhude. „Zuerst fremdelt man, wenn man lange woanders gelebt hat. Die Stadtpark- und Alsternähe sind toll und die Sierichstraße hat etwas Pariser Flair.“ Schulz‘ Kiez ist die Alsterdorfer Straße, die er nach der vormittäglichen Schreibtischarbeit herunterläuft: „Dann gehe ich zum Rücken-Training am Winterhuder Markt, in die Salat Bar, zum Thailänder um die Ecke oder zu Beiti, die haben eine großartige libanesische Küche.“

Harry Rowohlt ist Fan


Frank Schulz ist längst eine Schriftsteller-Größe, zu seinen Fans zählen Harry Rowohlt und Sven Regener („Herr Lehmann“). „Ich lebe ausschließlich vom Schreiben, von Preis- und Fördergeldern. Aber es wird nicht leichter“, sagt Schulz. Ab Mitte Juni entsteht unterm Dach in Winterhude der dritte „Onno Viets“-Roman.
Am 31. Mai, 16 Uhr, liest Frank Schulz bei den Literatur Quickies in Winterhude im Tengg im Tafelspitz, Himmelstraße 5a. Am 11. Juni lesen Schulz und der Schauspieler Bjarne Mädel („Der Tatortreiniger“) gemeinsam aus dem Roman „Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen“ im Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66. (flü)

Weitere Infos auf der Autorensite: www.frank-schulz.eu
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