Illustre Ausstellung über Samoa

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Zwei junge Frauen aus Samoa mit traditionellem Tuiga-Kopfschmuck. Fotos: Archiv Völkerkundemuseum / hfr

Völkerkundemuseum: Südseeinsel war ehemalige „Hamburger Kolonie“

Rotherbaum. Die Deutschen haben eine besondere Beziehung zur Südseeinsel Samoa. Sie waren im Westteil der Inselgruppe 18 Jahre lang die Kolonialherren (1900-1918) - und sie haben als einzige das komplizierte Staatssystem der Inseln verstanden. Schon zwei Gründe für ein deutsches Völkerkundemuseum, sich mit der „Perle des Pazifiks“, so der Untertitel einer neuen Sonderausstellung im Hamburger Völkerkundemuseum über Samoa, zu beschäftigen. Aus Hamburger Sicht gibt es noch einen dritten: den Kaufmann Johan Cesar VI Godeffroy aus Hamburg, der schon 1857 in Apia, der Hauptstadt von Samoa, eine Niederlassung seiner Firma „Godeffroy & Sohn“ gründete. Seitdem dominierte Godeffroy mit seinen Schiffen und Faktoreien über zwei Jahrzehnte den pazifischen Südseehandel mit Perlmutt, Schildpatt, Seegurken und vor allem Kokosfett, weshalb er als „König der Südsee“ in die Geschichte einging. „Samoa war eigentlich eine Hamburger Kolonie“, erläuterte Professor Dr. Wulf Köpke, der Direktor des Völkerkundemuseums, augenzwinkernd bei der Vorstellung der Ausstellung.
Schließlich gibt es noch einen vierten, heutigen Grund: Samoa, der älteste selbstständige Inselstaat der Südsee (das einstige Westsamoa), feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum.

Fotoschau

Aus den reichhaltigen Beständen des Völkerkundemuseums über die Südsee haben die Museumsmacher eine illustre Ausstellung aus vielen Fotos, Handwerklichem, Waffen und Textilien über Samoa zusammengestellt. Die Fotos reichen von Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem 19. Jahrhundert bis zu Alltagsszenen aus den 1970-er Jahren. Neben einem alten Gewand aus Kokos ist auch ein aktuelles Miss-Samoa-Kleid zu bewundern. „Es war eine Reise in die Geschichte des Museums“, erzählte Wulf Köpke. Godeffroy und Co hatten beizeiten viele Fotos auf Samoa gemacht und etliche Gegenstände aus dem Südseeparadies nach Hamburg geschafft. Und warum eröffnet das Völkerkundemuseum eine Samoa-Ausstellung ausgerechnet im Winter? Weil die Samoaner zu fast 100 Prozent Christen sind und natürlich Weihnachten feiern. (ch)
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