Komödie feiert 25 Jahre

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25 Jahre Komödie Winterhuder Fährhaus: Intendant Michael Lang und Vertriebsleiterin Britta Duah sind jetzt 15 Jahre dabeiFoto: Hanke
 
Herbert Herrmann (hier mit Nora von Collande) gehört seit 25 Jahren zu den Stammschauspielern in der Komödie. In der Produktion „Das 2. Kapitel“ stand er 2012 nicht nur auf der Bühne, sondern führte auch Regie

Intendant Michael Lang setzt auf Stars der alten Riege

Von Christian Hanke
Winterhude. Ein Vierteljahrhundert ist es alt geworden: das beliebte Komödientheater in Hamburg, die „Komödie Winterhuder Fährhaus“. Als es 1988 seine Tore öffnete, mochte kaum einer an große Erfolge glauben, doch Rolf Mares (1930 bis 2002), der Gründer und erste Leiter der Komödie, behielt Recht. Das Theater an der Hudtwalckerstraße entwickelte sich zur Erfolgsgeschichte. Die großen Namen waren die Garanten, Theater erfahrene Schauspielerinnen und Schauspieler, die in Film und Fernsehen populär geworden waren, zogen und ziehen die Massen an: Anita Kupsch, Edith Hancke, Johanna von Koczian, Herbert Herrmann, Wolfgang Spier, Walter Plathe oder Volker Lechtenbrink, der in der Jubiläumsinszenierung zum 25. Geburtstag, „Der Mentor“, spielt. „Die Namen sind der entscheidende Kaufgrund für eine Karte“, erzählt Michael Lang, seit 15 Jahren Intendant der komödie. Der gelernte Musiker, der sechs Jahre in Staatsorchestern spielte und dann Kulturmanagement studierte, übernahm das Theater 1998 „geräuschlos“ von Rolf Mares, der ihn ein Jahr lang anlernte. Lang würde nichts anderes mehr in seinem Leben machen wollen als diesen Job. „Man ist sehr nah an der Kunst, hat aber trotzdem noch viele andere Aufgaben. Da kommen viele Punkte zusammen“, berichtet Lang, der sich außerdem über ein gutes Team freut. „Ich gebe gern Aufgaben weiter, fühle mich wohl in der Rolle des Moderators“, gibt der Intendant Einblicke in seinen Arbeitsstil.
Wichtig ist ihm die Kontinuität des Programms, das er seinem Publikum vermittelt. In der Komödie können sich die Gäste auf Unterhaltung zwischen Boulevard und gehobener Komödie mit mindestens einem namhaften Darsteller verlassen. Deshalb bleibt das Publikum dem Haus treu. „Wir richten uns nach dem Geschmack des Publikums“, sagt Lang ganz klar, und fügt hinzu: „Und setzen moderat neue Reize.“ Immer wieder mal werden für das Stammpublikum ungewohnte Komödien in den Spielplan eingestreut, die nicht immer auf Zustimmung stoßen. Auch bietet Lang im kleinen Saal das Theater Kontraste an, in dem meist zeitgenössische schwarze Komödien der ganz hintergründigen Art gespielt werden. 30 Vorstellungen werden dort pro Jahr gezeigt.
Kontraste ist eine eigene Reihe, die wirtschaftlich unabhängig vom großen Haus läuft, deshalb auch Subventionen erhält. Das Hauptprogramm wird nicht unterstützt. Deshalb ist das Publikum König. Dabei hilft die Einbindung der „Komödie“ in die Bühnen der Familie Wölffer in Berlin, die dort zwei Komödientheater betreibt. Ein Stück kann für alle drei Theater und ein Tourneeunternehmen produziert werden, das dann vielfach gezeigt wird.
Alles gut also zum 25. Jubiläum im Winterhuder Fährhaus? Ja, aber: „Wir müssen härter arbeiten. Die Konkurrenz ist größer geworden. Die Anzahl der Bühnen in Hamburg hat sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt“, sagt Michael Lang. „Außerdem sind die Menschen anspruchsvoller geworden. Sie wählen viel genauer aus und verlangen möglichst den perfekten Service“, berichtet Vertriebsleiterin Britta Duah, neben Michael Lang die dienstälteste Mitarbeiterin der „Komödie“. Seit 1998 arbeitet sie in dem Winterhuder Theater, aber sie kennt es auch bereits seit 25 Jahren, ist sie doch die Tochter der ersten Presssesprecherin der „Komödie“, Corinna Smolka. „Ich bin hier schon als Kind gewesen, dann habe ich hier als Studentin gearbeitet“, berichtet Britta Duah. Seit 2007 ist sie Vetriebsleiterin, kümmert sich um Kunden und bemüht sich um neue. Ihr gefällt es seit 15 Jahren richtig gut in dem Theater. „Es ist sehr familiär. Für alles gibt es immer eine Lösung. Man kann seine eigenen Prioritäten mit der Arbeit vereinbaren, zum Beispiel das Mutterdasein“, strahlt Britta Duah, die auch vom Super-Team schwärmt und einer sehr emotionalen Atmosphäre.
Und auch den Stars gefällt die „Komödie“. Volker Lechtenbrink, Hauptdarsteller der Jubiläumsinszenierung, freut sich schon auf seine Einsätze in dem „intimen Theater, trotz seiner 580 Plätze“. Auch er schwärmt vom Team: „Die ganze Truppe hat eine gute Ausstrahlung.“ Und die Stücke, die ihm hier bisher angeboten wurden, haben den Hamburger Schauspieler immer wieder gern an die Hudtwalckerstraße zurückkehren lassen. (ch)
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