Kubas Geister zu Gast in Hamburg

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Die Geister des Olokun, eines Gottes der Santeria-Religion, der im Meer lebt Foto: Markus Matzel

Völkerkundemuseum zeigt 600 Objekte, die in den Religionen Santeria und Palo eine wichtige Rolle spielen

Hamburg-Rotherbaum „Kubas afrikanische Geister“ bevölkern derzeit das Völkerkundemuseum. In einer Sonderausstellung werden erstmals über 600 Objekte aus den eigenen Sammlungen und aus dem Soul of Africa Museum in Essen gezeigt, die in den kubanischen Religionen Santeria und Palo wichtige Rollen spielen. Die Riten von Santeria und Palo setzen sich aus Elementen des Christentums und von afrikanischen Naturreligionen zusammen. Sklaven aus Afrika passten damit auf Kuba ihre alten Religionen und Bräuche an das Christentum an. Santeria ist ein Wohnzimmer-Kult, der in den eigenen vier Wänden praktiziert wird, während Palo eine Religion ist, die sich im Geheimen ausprägte und oft mit schwarzer Magie in Verbindung gebracht wird. Palo heißt eigentlich Stock, was auf den Wald hindeutet, aus dem die Palogeister stammen. Zentrale Objekte des Palokults sind die Ngangas, Töpfe aus Eisen oder Ton, die mit Stöcken, Knochen, Pflanzen und mitunter mit Macheten und Messern gefüllt werden. Sie gelten als spirituelle Wesen, in dem die Geister Afrikas und der Ahnen leben. „Noch nie hat es eine so umfassende Ausstellung zu diesem Thema gegeben. Das sieht man so schnell nicht wieder“, schwärmt Bernd Schmelz, im Völkerkundemuseum für Sonderforschungsprojekte zuständig. Die Ausstellung beginnt mit Ketten, denn alles begann mit der Sklaverei. „Kubas afrikanische Geister“ halten sich noch bis zum 5. März 2017 in Hamburg-Rotherbaum auf. Ein Thementag bringt sie Interessierten aber schon am Sonntag, 30. Oktober, näher. Um 11 und um 14 Uhr führen Kuratoren durch die Ausstellung. Um 12 Uhr wird der Film „Auf Sinnsuche bei den kubanischen Geistern“ gezeigt. (ch)

Weitere Infos: Museum für Völkerkunde Hamburg
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