Kulturhaus Eppendorf: Aus dem Blickwinkel des Vaters

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Ilan Wolff gibt Fotoworkshops in der Schule, wie kürzlich an der Klosterschule in Hamburg Foto: Hanke

Ilan Wolff aus Israel gibt Fotoworkshops mit der Camera Obscura

Eppendorf „Eine Kamera reist durch die Zeiten“ – und viele Fotos, die mit ihr gemacht wurden, werden im Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, ab 29. Mai in der Ausstellung „Flucht und Exil“ gezeigt. Hinter der Kamera standen Moshe und Ilan Wolff, Vater und Sohn. Moshe, als Franz Moritz Wolff 1921 in Hamburg geboren, emi-grierte 1938 nach Palästina. Er stammte aus einer jüdisch-orthodoxen Familie. Sein Vater Walter war Zionist und beabsichtigte schon in den 1920-er Jahren nach Palästina auszuwandern. Seine Erinnerungen und die seines Sohnes Moshe hat die Historikerin Linde Apel in dem Buch „Das eigene Leben erzählt“ zusammengefasst. Moshe Wolff war Hobbyfotograf und rettete seine Kamera 1938 an der deutsch-holländischen Grenze vor der Gestapo. Ilan Wolff, geboren 1955 in Israel, machte die Fotografie zum Beruf. Der Fotograf, Grafik-Designer und Fotokünstler fertigt seine Bilder mit der ältesten Kameratechnik, der Camera Obscura. „Die Ausstellung zeigt Fotos von den Plätzen unseres Lebens“, erläuterte Ilan Wolff, als er kürzlich einen Fotoworkshop an einer Hamburger Schule gab. Wolff lebt vor allem in Spanien – er ist mit einer Spanierin verheiratet – aber er lebte auch in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. In Hamburg ist er nicht das erste Mal. Schon 1985 entwickelte er das Projekt „Hamburg durch die Lochkamera“. Ein Jahr später fotografierte er für den Stern die Reportage „Ein ganzes Land im Eimer“: acht Doppelseiten. Die Ausstellung beginnt mit Fotos aus dem Blickwinkel von Moshe Wolff über das Hamburg vor 1938. Er wohnte mit seinen Eltern in der Hansastraße und im Abendrothsweg, besuchte die Talmud-Tora-Schule am Grindelhof. Es folgen Fotos über New York, wo Moshe Wolff 1946-1948 lebte, und aus Israel. Moshe Wolff arbeitete dort als Bauer auf seiner Farm, auf der der 94-Jährige noch heute mit seiner Familie lebt. Die Austellung umfasst außerdem Camera-Obscura-Bilder und Fotogramme von Ilan Wolff. Sie ist bis 6. Juli, Mo., Do. und Fr. 12.30 bis 15 Uhr und Mi. 18 bis 19.30 Uhr sowie am 18. und 19. Juni (Sa. und So), 12 bis 18 Uhr zu sehen. (ch)

Kulturhaus Eppendorf: Ilan Wolff gibt vom 3. bis 5. Juni den Workshop „Wo komme ich her?, Abenteuer mit der Camera Obscura“, 3. Juni, 18 - 21 Uhr, 4. und 5. Juni, jeweils 10 - 16 Uhr, Teleofn 48 15 48
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