Langweilig nacherzählt

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„Jetzt oder nie – Zeit ist Geld“ in den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt

Hamburg. Striptease in den Hamburger Kammerspielen. Dinah Hinz, Diana Körner und Uta Stammer – sie spielen die drei Hauptrollen in der neusten Produktion des Theaters an der Hartungstraße, „Jetzt oder nie - Zeit ist Geld“ – entblößen sich nach allen Regeln der Kunst bis auf den Badeanzug. Dann springen sie fast ins Publikum, ins imaginäre Meer.
Eine wunderschöne Szene in der Inszenierung von Michael Bogdanov nach der erfolgreichen Kinokomödie von Lars Büchel aus dem Jahre 2000, in der drei ältere Damen Banken überfallen, weil ihnen ihr Erspartes für eine Kreuzfahrt bei eben einem Banküberfall abhanden kam. Es gibt noch eine schöne Szene, in der sich Lilli (Diana Körner), die attraktivste der drei Damen von dem Bankkassierer Heinrich (Johann Christof Wehrs) verführen lässt, der ihr obendrein noch einen Tipp für einen weiteren lohnenswerten Banküberfall gibt. Das war´s. Ansonsten plätschert die Komödie oftmals sehr bemüht vor sich hin. Viele kurze Szenen mit vielen Personen, die von einer Schauspielerin und vier Schauspielern gespielt werden, erinnern daran, dass die Geschichte als Drehbuch für einen Film entwickelt wurde und in dieser Umsetzung für eine Theaterbühne nicht sonderlich geeignet ist. Weil Bogdanov keinen theatralen Weg für diesen Stoff gefunden hat. Er erzählt einfach nach, und das ist nicht sonderlich spannend. Dabei können die drei Hauptdarstellerinnen durchaus mit Dialogwitz überzeugen. Insbesondere Uta Stammer begeistert in der Rolle der ängstlichen Meta mit trockenem Witz. Immerhin, auch das Bühnenbild von Ulrike Engelhardt überzeugt und zeigt dem Rezipienten, was eine lange Leiter alles darstellen kann. (ch)
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