Multi-Talent Jon Flemming Olsen

Anzeige
Kleines Instrument, große Texte: Jon Flemming Olsen auf der Bühne Foto: Jonson
 
Die neue CD von Jon Flemming Olsen – auch das Cover stammt von ihm Repro: wb

Autor, Musiker, Schauspieler: „Dittsche“-Wirt Ingo verschafft sich mit neuem Album Gehör



Christina Busse
Hamburg
Auch wenn er die „Ananas“, wie er die Frisur selber nennt, die ihm als Imbiss-Wirt Ingo in der TV-Kultsendung „Dittsche“ seinen charakteristischen Look verleiht, beim mittäglichen Gespräch im Eppendorfer Café Borchers natürlich zu Hause gelassen hat – ein Treffen mit Jon Flemming Olsen bedeutet selbstverständlich auch, dass man über seine Rolle an der Seite von Olli Dittrich spricht. Eigentlich geht es aber um Musik: Olsen hat im April sein neues Album „Von ganz allein“ herausgebracht, ein echtes Solo-Projekt. Nicht nur, dass er die 13 Lieder, die er über das Leben und über die Liebe singt, alle selbst geschrieben und im eigenen Studio eingespielt hat, sogar das Cover ist eine Eigenkreation und auch das nötige Geld hat er über Crowdfunding zusammenbekommen.

Unabhängig von Plattenlabels

„Ich wollte nicht bei großen Labels Klinkenputzen gehen, wollte unabhängig sein und mir nicht reinquatschen lassen“, erklärt Olsen, der von jeher lieber seinen eigenen Weg geht und unzählige Talente in sich vereint, dass sie nur unvollständig aufgezählt werden können: vom Musiker und Sänger über den Grafikdesigner (CD-Cover unter anderem für Udo Lindenberg, Annett Louisan, Max Raabe), Autor („Der Fritten-Humboldt“), Moderator (aktuell bei den „Küchensessions“ im Knust) bis zum Schauspieler. Geboren 1964 in Düsseldorf – zu seinen beiden ungewöhnlichen Vornamen ließen sich seine Eltern bei einem Dänemarkbesuch inspirieren – kam er zwei Jahre später nach Hamburg. Die Familie lebte in Alsterdorf. Am Heilwig Gymnasium legte er ein, wie er sagt, „sehr, sehr schlechtes Abitur“ ab.

Gründer von Texas Lightning

Musik spielte bei ihm schon immer eine große Rolle, bereits als Zwölfjähriger lernte er Geige und E-Gitarre, später rockte er in Schulbands, studierte an der Musikhochschule Hamburg. Anfang der 90er gründete er als Gitarrist und Sänger zusammen mit seinen beiden Freunden, Olli Dittrich und Stephan Zacharias, die Beatles-Kombo ‚Die Bietels‘. 1998 hob er die Country-Band ‚Texas Lightning‘ aus der Taufe, eine Formation, die Deutschland mit dem Song „No No Never“ beim Eurovision Song Contest 2006 vertrat. Die Single verkaufte sich über 450.000 Mal.

„Dittsche“-Wirt Ingo

Fast zeitgleich nahm „Dittsche“ 1999 Form an: zuerst im Rahmen der Sendung „Olli, Tiere, Sensationen“, seit 2004 als eigenständiges, halbstündiges Improvisations-Format im WDR-Fernsehen. „Anfangs war ich noch auf den Themensitzungen, auf denen ein kleiner Fahrplan für die nächste Sendung entwickelt wird, dabei“, verrät Olsen, „inzwischen weiß ich aber tatsächlich vorher von nichts – es ist doch schöner, sich überraschen zu lassen.“ Zum Dreh-ort, der Eppendorfer Grill-Station im Eppendorfer Weg 172, hatte es Olsen in den ersten Jahren nicht weit: Er wohnte gegenüber. Der Tipp, dort zu drehen, kam von ihm. Jetzt wohnt er auf dem Land, genießt das Kontrastprogramm zur City. Die deutschsprachigen Stücke für die neue CD hat Olsen auf Kurztrips nach Amsterdam und Kopenhagen zu Papier gebracht. „Es ist persönlicher, emotionaler und ernsthafter geworden als auf der ersten CD ‚Immer wieder weiter‘ von 2014. Mehr Balladen, weniger Country“, beschreibt er das Ergebnis. Dass es „mehr in Richtung Liedermacher“ ging, habe ihn selbst überrascht. Spannend: Das Album hat er zu zwei Dritteln über Crowdfunding finanziert, für einige Geldgeber gab es Wohnzimmerkonzerte.

Alle öffentlichen Konzerttermine: www.jfolsen.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige