Rote Rosen-Star auf Streifzug durch Hamburg

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Schauspieler Oliver Sauer verrät, wo er in Eppendorf am besten durchatmen kann Foto: flü

Oliver Sauer über Lieblingsplätze in seiner „Luft-Stadt“. Lesung am 4. Juni

Von Miriam Flüß
Hamburg
Oliver Sauer, romantischer Serienheld aus der Telenovela „Rote Rosen“, kann auch anders: Am 4. Juni liest der Schauspieler im Logensaal in den Kammerspielen aus seiner ganz persönlichen Auswahl derber Short Stories von Charles Bukowski. Der oft als „Gossenpoet“ bezeichnete amerikanische Kultautor begleitet den Harvestehuder schon sein ganzes Leben: „Mit 16 Jahren habe ich das erste Mal Bukowski gelesen, das war für mich eine Revolution. Da wurde über Sachen gesprochen, über die Zuhause nicht gesprochen wurde“, erinnert sich der 55-Jährige auf einem Spaziergang durch seinen „Kiez“ zwischen Innocentiapark und Grindelallee. Als Mittdreißiger und Mittvierziger las er Bukowski am Theater, nun bereitet er eine Lesung im Logensaal vor. „Dreckiger Sex, ordinäres Reden und viel Alkohol werden oft mit Bukowski verbunden. Dabei wird oft übersehen, dass er auch ein Poet war, der viel Humor hat und immer das Menschliche bei seinen Figuren findet.“ Lesen ist auch abseits von Bukowski eine Leidenschaft von Oliver Sauer. Auf seinen Wanderungen zwischen Harvestehude und Rotherbaum steuert er regelmäßig seine Lieblingsbuchhandlung in der Grindelallee an: „Die Heinrich Heine Buchhandlung ist leider geschrumpft, aber zum Glück gibt es sie noch. Zu Martina, der Buchhändlerin meines Vertrauens, habe ich ein sehr persönliches Verhältnis.“ Überhaupt sind es die Menschen, über die Orte in seinem Kiez ihm ans Herz wachsen. So wie der Videothekar im „Filmgarten“: „Elmar ist das Filmgedächtnis schlechthin! Ich nenne ihm ein Stichwort einer Handlung und er mailt mir abends eine ganze Liste mit Filmtiteln.“ Als Ciüüneast ist Oliver Sauer regelmäßig im Abaton Kino – oder auch davor, weil er es liebt, sich die Filmplakate anzuschauen. Wenige Meter weiter ist das italienische Restaurant „Der Etrusker“ Anlaufstation für Meeresfrüchte-Pasta. Sonst kocht Oliver Sauer, Vater einer Patchwork-Familie mit Teenager-Tochter und zehn Monate altem Sohn, gern selbst. „Als ich vor 16 Jahren in die Wohnung am Innocentiapark zog musste ich anfangen zu kochen, weil die Küche so toll war“, sagt er. Die Zutaten kauft er auf dem Isemarkt, am liebsten bei „Kartoffelmann Heinrich und Gemüsemann Arthur.“ Oliver Sauer mag das gemischte Publikum im Uni-Viertel und liebt das viele Grün und Wasser der Stadt. Besonders der Wind hat es dem gebürtigen Rüsselsheimer angetan: „Hamburg ist eine Luft-Stadt. An die Alster gehen, atmen und denken ist wichtig für die Rollenarbeit“, erzählt er. Für die Textarbeit zieht es ihn aber in seine Wohnung zurück: „Ich bin ein Zuhause-Lerner und bevorzuge totale Konzentration.“ (flü)

Zu sehen ist Sauer am Sonnabend, 4. Juni, 20.15 Uhr, im Logensaal in den Hamburger Kammerspielen mit „Charles Bukowski: Schlechte Verlierer.“ Die Lesung wird am Klavier begleitet von Christian Jovanov. Karten kosten 15 Euro/ ermäßigt 12 Euro an der Tageskasse, Telefon 210 552 91 oder auf www.logensaal-kammerspiele.de
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