Traumberuf mit Hindernissen

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Für Samantha Hanses geht Theater immer vor Foto: privat/Hanke
 
Samantha Hanses in „Zuhause“. In der Episode „Globus“ geht’s hoch hinaus Foto: privat/Hanke

Samantha Hanses (27) ist freie Schauspielerin. Wie sie kämpft und wo sie derzeit zu sehen ist

Eppendorf Es läuft gerade gut bei Samantha Hanses. Sie hat Engagements, spielt und steht kurz vor einer Premiere. Das bedeutet aber auch, der Tag ist vollgepackt mit Auftritten und Proben. Und irgendwann muss die junge Schauspielerin aus Eppendorf auch arbeiten, um ihr Leben zu finanzieren. Denn so spannend die Schauspielerei ist, viele ihrer Auftritte werden schlecht oder gar nicht bezahlt. Proben in der Regel auch nicht.
Schauspielerin, das ist unverändert ein Traumberuf. Eine Schauspielerin, die in Eppendorf wohnt, hat es geschafft, könnte der eine oder die andere denken. Samantha Hanses hat bereits viel geschafft, aber sie kann von der Schauspielerei nicht leben, benötigt andere Jobs, mit denen sie genug verdient,
und die die Flexibilität für eine möglichst uneingeschränkte Arbeit als Schauspielerin bieten.
Derzeit hat die 27-Jährige so einen Job, in einem angesagten Laden in der Hamburger City. „Das ist ein großes Team. Da funktioniert das“, erzählt Samantha Hanses. Vorher, bei einem noblen Geschäft im Neuen Wall ging’s nicht. Das Team war klein. Samantha Hanses kündigte, weil sie nicht genügend Freizeiten für die Schauspielerei hatte.

Schwere Anfangsjahre


„Theater geht immer vor“, lautet ihre Devise. Als Elftklässlerin stand für sie fest, dass sie Schauspielerin werden will, „sehr zum Entsetzen meiner Eltern“,
so Samantha Hanses. Ein Schauspieler, der gegenüber wohnte, hatte sie inspiriert. An der renommierten Frese-Schule lernte sie ihr Handwerk. Anschließend spielte Samantha Hanses 2011 gleich im Weihnachtsmärchen am Deutschen Schauspielhaus. Dann aber begann eine schwere Zeit. Nur sporadisch wurde die junge Schauspielerin beschäftigt. Erst ein Mitspieler aus dem Weihnachtsmärchen, ein Regisseur in der freien Theaterszene, gab Samantha Hanses eine tragende Rolle. Darüber bekam sie weitere Rollen. „Wenn man nicht spielt, wird man nicht gesehen und wer nicht gesehen wird, bekommt keine Chance, zu spielen. Es ist ein Teufelskreis“, berichtet die Eppendorferin über ihre schweren Anfangsjahre. Nun läuft es besser. Dafür hat Samantha Hanses kaum noch Zeit für Freunde, Verwandte, Freizeit. Chinesisch hat sie einmal gelernt. Dafür ist jetzt keine Zeit mehr „Viele Freunde habe ich lange nicht mehr gesehen“, erzählt die Schauspielerin.
Immerhin geht sie noch zum Kung-Fu - mit großen Unterbrechungen. Aber die „Verluste“ werden aufgewogen durch besondere Theatererlebnisse.
Vor einem halben Jahr engagierte sie das Ensemble Einwirkzeit für die Produktion „Zuhause“ Dieses freie Theater hatte bereits vier erfolgreiche Produktionen in Hamburg realisiert, zwei davon im Turm des Michels.

„Theater geht immer vor“ Samantha Hanses

Samantha Hanses spielt seit Oktober 2014 den weiblichen Part in „Zuhause“ von Ingrid Lausund, einer Dramatisierung von sechs Monologen, die Regisseurin Heike Skiba in einem kleinem Möbelhaus in Ottensen spielen ließ, weil die Inszenierung von Menschen handelt, die sich über ihre Einrichtungen definieren. Samantha Hanses verkörpert die drei weiblichen Personen, die ihre Einsamkeit mit vermeintlichen Wohlgefühlen in ihren Wohnungen oder in ihrem Viertel kaschieren. „Das sind Rollen mit so vielen Facetten und wahnsinnig viel Text. Das Schöne daran ist der gemeinsame Schaffensprozess“, erzählt Samantha Hanses. Das entschädige für vieles. (ch)

„Zuhause“ ist übrigens noch zu sehen: Am 28., 29. und 30. Januar sowie am 11., 12., 13 und 15. März im Königreich, Friedensallee 26. Karten zu 20 (15) Euro unter 401 38 025 oder mail@einwirkzeit.de oder im Internet
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