Verloren für Hamburg

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Joseph Carlebach- der Rabbiner
 
Bernhard Karlsberg- der Kommunist

Neue Serie über „verbrannte“ Autoren

Eppendorf. Ihre Namen wären vielleicht heute in aller Munde, wenn die Nationalsozialisten ihre Laufbahnen nicht unterbrochen und sie in die Verbannung gezwungen oder ermordet hätten: die 18 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, über die in der Ausstellung „Wo man Bücher verbrennt....“ im Lichthof der Staatsbibliothek noch bis 28. Juni informiert wird. Viele von ihnen wohnten am Grindel, in Rotherbaum, Harvestehude, Eppendorf und Winterhude. Das WochenBlatt stellt in einer kleinen Serie einige von ihnen vor:

Joseph Carlebach - der Rabbiner


Rotherbaum. Er schrieb zahlreiche Artikel, Aufsätze und Bücher zu religiösen Fragen: Joseph Carlebach (1883-1942), der letzte Oberrabiner von Hamburg während der Nazi-Herrschaft. Er wohnte erst in der Bieber-, später in der Hallerstraße. Sein Arbeitsplatz war die große Synagoge am Bornplatz (heute: Allende-Platz), an die das Mosaik auf der Fläche erinnert, die heute seinen Namen trägt: Joseph-Carlebach-Platz. Carlebach stammte aus Lübeck, durchlief die Rabbinatsausbildung, war Rabbiner in Lübeck, und ab 1925 Oberrabbiner in Altona und Schleswig-Holstein, bevor er 1936 Oberrabbiner des Deutsch-Israelitisches Synagogenverbandes in Hamburg wurde. Im Dezember 1941 wurde er mit seiner Frau und vier Kindern nach Riga deportiert und im März 1942 mit seiner Frau und drei Töchtern erschossen. (ch)




Bernhard Karlsberg - der Kommunist


Harvestehude/Rotherbaum. Rechtsanwalt und Kommunist jüdischer Herkunft war Dr. Bernhard Karlsberg (1899-1985). Er wuchs in der Klosterallee auf, besuchte das Wilhelm-Gymnasium, das damals im heutigen Altbau der Staatsbibliothek ansässig war, verfasste eine juristische Doktorarbeit und engagierte sich mit Vorträgen für die KPD. Mit seiner Familie (drei Kinder) lebte er in der Hansastraße. Karlsberg emigrierte 1935 zunächst nach Prag und dann nach Amsterdam, tauchte dort 1940 nach der deutschen Okkupation unter und überlebte mit seinen drei Töchtern die Nazi-Herrschaft. Seine Frau, die nicht in den Untergrund ging, wurde verhaftet und ermordet. Nach 1945 setzte Karlsberg, der in Amsterdam blieb, niederländische Schadensansprüche gegen das Nazi-Regime durch. (ch)


Ausstellung



Typographische Porträts
Rotherbaum. Hans Christian Andersen oder Virginia Woolf aus ihren Autogrammen gezeichnet - dieser Aufgabe hat sich der Hamburger Graphik-Designer Ralf Mauer unterzogen. Nur aus ihren Schriftzeichen hat er verblüffend ähnliche Porträts gezeichnet: Typographische Dichterporträts. Eine Auswahl dieser „Typoeten“ ist jetzt in einer Ausstellung zu sehen. (ch)

Juni bis 26. Juli, Staats-
und Universitätsbibliothek (Durchgang zum Lichthof),
Von-Melle-Park 3



Momentaufnahmen


Winterhude. Den Maler und Zeichner Benjamin Appelt interessiert das Moment, welches ein positives Gefühl, die Erinnerung an etwas Schönes hervorruft. Momente der Freude, der Lust und des menschlichen Miteinanders. Eine Ausstellung seiner Bilder trägt deshalb den Titel „In momento“. (ch)

Bis 7. September, Di. + Mi.
12 - 19 Uhr, Fr. 12 - 21 Uhr,
Sa. 11 - 18 Uhr, echtzeit-studio, Alsterdorfer Straße 15,
Eintritt frei




Lesung



Junger italienischer Autor

Harvestehude. Aus seinem neuen Roman „Sofia si veste sempre di nero“ liest der junge italienische Schriftstelller Paolo Cognetti. Der Roman besteht
aus verschiedenen Erzählungen, in denen die 30-jährige Protagonistin in ihren ersten dreißig Lebensjahren begleitet wird.
Auf Italienisch mit deutscher Übersetzung. (ch)


Dienstag, 18. Juni, 19.30 Uhr, Istituto Italiano di Cultura, Hansastraße 6, Eintritt frei,
Anmeldugen unter
Tel.: 040/ 39 99 91 30




Meyerhoffs neuer Roman

Eppendorf. Der Lese-Zirkel mit Ingrid Röbbelen veranstaltet einen öffentlichen Literaturabend. Bei Antipasti wird der neue Roman von Joachim Meyerhoff präsentiert: „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war.“ Anmeldung erforderlich unter t 48 32 05 oder unter ingrid.roebbelen@t-online.de. (wh)
u Donnerstag, 13. Juni,
19. 30 Uhr. Mercato Piazza, Eppendorfer Landstraße 144. Eintritt: 13 Euro



Musik



Serenade der Gitarre

Pöseldorf. Werke der Klassik, die Kunst des Flamenco im Gitarrenspiel, Tanz und Gesang sowie eine Tangopräsentation mit Gitarre und Bandoneon stehen auf dem Programm einer sommerlichen Serenade der Gitarre im Garten mit Alsterblick. Es singen und spielen die Tänzerin, Sängerin und Percussionistin Elva la Guardia, das Ponticulus Streichquartett mit der Primaria Ewelina Nowicka, das Tango Duo Angel Garcia Arnés und der Bandoneonist Alfons Beck. Der Höhepunkt ist ein Streichquartett mit Gitarre. (ch)

Sonntag, 16.Juni, 17 Uhr, Hochschule für Musik und
Theater (Garten des Budge Palais), Harvestehuder Weg 12 (Eingang Milchstraße),
Eintritt frei




Sinfoniekonzert

Rotherbaum/Harveste-hude/Eppendorf. Werke
von Lars-Erik Larsson, Launy Gröndahl und Beethoven spielt das Sinfonieorchester Eppendorf unter der Leitung von Ulrike
Dreßel mit dem Solisten Peter Dreßel. (ch)

Sonnabend, 15. Juni, 19 Uhr, St. Johannis-Harvestehude, Turmweg. Eintritt frei


Downtown-Bigband groovt

Eppendorf. Bei gutem Wetter wird die Downtown Bigband, die immer sonntags abends im Kulturhaus Eppendorf probt, im Grünen grooven, bei schlechtem Wetter werden zumindest alle Fenster und Türen aufgemacht. Seit über zwanzig Jahren spielt sie unter der Leitung des amerikanische Trompeters Bob Lanese. Viele bekannte Musiker gingen aus ihr hervor. (ch)

Sonntag, 16. Juni, 19 Uhr, Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, Eintritt frei
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