Versicherung wird Imkerei

Anzeige
Bienen-Umzug in die City Nord: Imker Carsten Streblow, die ERGO-Mitarbeiter Kai Kielczynski, Mario Ponikvar und Ralf Heuss (v.l.) Foto: ergo/wb

Die ERGO siedelt sechs Bienenvölker auf ihrem Dach an. Neuer Trend bei Firmen

City Nord Die „Bürostadt im Grünen“ liegt voll im Trend: Sie gibt Bienen eine neue Heimat. Schon vor zwei Jahren machte die Hamburger Dea-Unternehmenszentrale am Überseering mit drei Völkern im Außengelände den Anfang. Jetzt zog – ebenfalls am Überseering – die ERGO Versicherungsgruppe nach – mit sechs Bienenvölkern. Vor zwei Jahren wurden eine aufwändige Sanierung und Modernisierung des Unternehmenssitzes abgeschlossen, danach kam die Flachdachbegrünung. Die blütenreichen Pflanzen des Trockenrasens gedeihen prächtig, seit einem Monat sind sie eine „Bienenweide“. Mitarbeiter Kai Kielczynski hatte die zündende Idee. Nachdem er mit seiner Familie im Frühjahr einen Kursus in Bienenhaltung besucht hatte, startete er als Hobby-Imker zunächst im heimischen Garten mit zwei Bienenvölkern. Sein Vorschlag fand bei Facility-Manager Ralf Heuss sofort Gehör. Der hatte die gleiche Idee und schon beim Hamburger Imkerverein angefragt. So war der Weg schnell frei zur Ansiedlung der Bienenvölker, die jetzt in ihren „Beuten“ auf den ERGO-Dächern ein neues Zuhause fanden – mit traumhaftem Blick auf den Stadtpark. Stadt-Imkern ist im Kommen. Wieso ERGO den Trend unterstützt? „Mit dieser Aktion geben wir ohne großen Aufwand einer bedrohten und wichtigen Nutztierart einen geschützten Lebensraum und tragen so bei zum Umweltschutz“, erklärt Ralf Heuss. Dass sich große Flachdächer ausgezeichnet dafür eignen, habe sich bei Hamburger Unternehmen herumgesprochen. Auch die Otto-Gruppe ernte bereits ihren Dachhonig – zum Vorzugspreis für Mitarbeiter, weiß Heuss.

270 Kilo Honig


Bienen-Experte Carsten Streblow zeigt sich begeistert vom neuen Standort. „Er ist ideal für die Tiere, denn sie haben hier eine ungestörte Fläche.“ Zudem seien Bienen hier sogar besser aufgehoben als dem Land. Denn vielerorts fänden sie fast nur noch Monokulturen – wie etwa ausgedehnte Rapsfelder oder für Bienen gefährliche, mit Insektiziden belastete Obstkulturen. In der City Nord haben sie jedenfalls ein reichhaltiges Speiseangebot über Monate: in den nahen Gärten, an blühenden Balkonpflanzen oder im Stadtpark gegenüber. „Das macht auch den Honig schmackhafter“, so Streblow weiter. Den ersten Honig gebe es allerdings frühestens im nächsten Jahr. Wenn alles gut geht, stünden bis zu 90 Kilo Honig schon im Frühjahr 2016 zur „Ernte“ bereit, weitere 180 Kilo kommen im Spätsommer dazu. Die ERGO-Belegschaft sucht indessen schon nach einem Namen für den Honig vom Dach.
Leicht sei das Überleben der Bienenvölker allerdings auch in der Stadt nicht, weiß Dea-Facility Manager Mathias Seifert. Zwei Völker seines Unternehmens waren durch Wespenangriffe stark dezimiert worden und mussten gepeppelt werden. Der Dea-Honig „Stadtparkblüte“ findet übrigens reißenden Absatz bei den Mitarbeitern. Der Verkaufserlös werde für einen guten Zweck gespendet, so Seifert. (wh)

Hamburg summt
Der Schweizer Markus Imhoof zeigte in seinem mehrfach ausgezeichneten Doku-Film „More than Honey – Bitterer Honig“ eindringlich: Bienenvölker sind weltweit gefährdet. Vor diesem Hintergrund wächst das Engagement für die Nutztiere auch in Hamburg, die Stadt-Imkerei ist im Kommen. Auf Dachterrassen, sogar auf dem Balkon ist Bienenhaltung problemlos möglich. Weitere Info: www.hamburg.deutschland-summt.de und www.stadtbienen.org
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige