Völkerkundemuseum Hamburg zeigt Sonderschau

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So kleidete sich eine jungen Frau aus Alaska um 1900 Foto: Paul Schirnweg

Ausstellung „Die Menschen des Nordlichts“ zeigt das Leben in bitterer Kälte

RotherbaumDie Menschen des Nordlichts“ werden in einer neuen Sonderausstellung im Völkerkundemuseum, Rothenbaumchaussee 64, vorgestellt. Menschen, die mit bitterer Kälte rund um den Nordpol leben müsssen, die Inuit in Grönland und Kanada, die Sami in Finnland, die Eskimos in den nördlichsten Regionen Russlands (dort heißen sie noch so), die Bewohner Sibiriens. Angereichert durch Leihgaben aus der Kunstkammer St. Petersburg, dem ältesten Museum in Russland, zeigt das Völkerkundemuseum auch eigene Schätze, die schon lange in den Archiven lagern.

Folgen des Klimawandels


Die Ausstellung ist der zweite Teil einer Doppelschau des Archäologischen Museums Hamburg in Harburg (Helms Museum) und des Völkerkundemuseums. Die Archäologen präsentieren in Harburg EisZeiten, eine faszinierende Ausstellung, in der Gegenstände und Kunst vom Ende der letzten Eiszeit in Norddeutschland, von vor 40.000 Jahren bis vor 10.000 Jahren, gezeigt werden. Das Völkerkundemuseum untersucht im Anschluss daran, wie in den letzten Regionen der nördlichen Halbkugel, die immer noch von Eis bedeckt sind, gelebt wird. Auch unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels, der womöglich ähnliche Folgen haben kann wie das Ende der Eiszeit. Kleidungsstücke, Handwerk, Lederarbeiten, Kunst, Masken und einiges mehr, was die Eisbewohner gefertigt haben, ist zu sehen. Darunter ein Original-Schlitten und ein Einbaum, Gegenstände der Jagd wie Harpunen und Angelhaken sowie Pfeile und Bogen, Mäntel aus Fellen und ein wasserdichter Parka aus Seehunddarm. Zu sehen sind auch Spielzeug aus der Region und Schulbücher in der Sprache der Inuit und Eskimos. Untersucht wird unter anderem der Rückgang des Schamanismus und die Christianisierung in den besagten Gebieten.

Thementag am 23. Oktober


Am Sonntag, 23. Oktober, wird die Welt der Polarbewohner allen Interessierten bei einem Thementag ab 10.30 Uhr noch näher gebracht. Für Kinder von 6 bis 12 Jahren wird die Offene Werkstatt „Gut geschützt auf die Jagd – Zu Besuch in Alaska“ (10.30 Uhr und 14 Uhr) angeboten. Es gibt Führungen für Familien durch die Ausstellung (11 und 14 Uhr), einen Film über die Verbundenheit der grönländischen Stadt Thule mit dem Südsee-Inselstaat Tuvalu. Beiden wird der Klimawandel große Veränderungen bescheren. Von 10.30 bis 16 Uhr kann außerdem unter dem Motto „Never alone“ an einer Konsole die Kultur der Inuit in Alaska kennen gelernt werden. Die Ausstellungen im Völkerkundemuseum und im Archäologischen Museum sind bis zum 14. Mai 2017 zu sehen. (ch)

Weitere Infos: Museum für Völkerkunde Hamburg
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