Wallfahrtsskirche „Die Wies“

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Die „Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies“ am Fuße der Alpen gilt als vollendetes Kunstwerk des bayerischen Rokoko. Etwa eine Million Besucher aus aller Welt kommen jedes Jahr hierher – zum Schauen, zum Staunen, zum Beten, zum Besuch der Gottesdienste, zum Zuhören bei einem der Konzerte im Sommer und nicht zuletzt zur stillen Einkehr.

Die Statue des „Gegeißelten Heiland" wurde im Jahre 1730 für eine Wallfahrt angefertigt, schon bald aber auf einem Dachboden gelagert. 1738 erblickte die Bäuerin Maria Lory, nachdem sie die Figur wieder vom Dachboden geholt hatte, Tränen und Bluttropfen an der Figur. Schnell verbreitete sich die Kunde, immer mehr Wallfahrer kamen, und so reichte die hölzerne Feldkapelle, erbaut 1740, schon bald nicht mehr aus. Die Grundsteinlegung für die jetzige Kirche fand dann 1746 statt. Die Ausführung als Gesamtkunstwerk im geschwungenen Stil des Rokoko erfolgte durch zwei Brüder aus dem nahe gelegenen Wessobrunn. Das Altarbild stammt von dem Münchner Hofmaler Balthasar August Albrecht, die Figuren der vier abendländischen Kirchenväter – Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor der Große – sind das Werk des Tiroler Bildhauers Anton Sturm. Die verschwenderischen Stuckverzierungen von Dominikus Zimmermann und die Deckengemälde seines Bruders Johann Baptist Zimmermann, Hofmaler des bayerischen Kurfürsten, erzeugen eine heitere und leicht bewegte Dekoration, deren Reichtum und Feinheit unerreicht sind. Die festlich vergoldeten Stuckgirlanden und das weltberühmte Deckengemälde in der Kirchenkuppel, ein raffiniert ausgeführtes Trompe-l’œil-Fresko, sind Meisterwerke menschlicher Schöpferkraft und wunderbares Zeugnis tief empfundener Frömmigkeit. Baumeister Dominikus Zimmermann blieb der Wieskirche in Bayern bis zu seinem Tod in einem von ihm erbauten Haus unmittelbar an der Kirche verbunden, das heute eine Gastwirtschaft beherbergt.
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