120 neue Wohnungen in Winterhude/Barmbek

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Auch dieses kleine begrünte – rot umrandete – Areal soll noch bebaut werden Foto: Geoportal
 
Lydia Dabelstein und Hermann Stegemann trafen sich zufällig am Baufeld, sind aber einer Meinung Foto: sos

Am Alten Güterbahnhof wird noch mehr gebaut – diesmal von der SAGA

Von Sonja Schmidt
Winterhude/Barmbek
Ein hoher Zaun umgibt die Brachfläche an der Alten Wöhr, Ecke Alter Güterbahnhof. So groß wie ein Fußballfeld ist das Plangebiet auf dem die SAGA GWG ab Jahresende rund 120 öffentlich geförderte Wohneinheiten errichten will. Im Bebauungsplanentwurf (Winterhude 81/Barmbek Nord 81) sind auch eine kleine Ladenzeile im Erdgeschoss sowie eine Tiefgarage vorgesehen. Und die S-Bahnstation liegt direkt um die Ecke. „Gerade auf Flächen, die optimal an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden sind, sollten Wohnbauten entstehen, die den vorhandenen Raum gut ausnutzen“, sagt der Grünen-Abgeordnete Michael Schilf. Die geplanten Gebäude würden sich sehr gut an die schon südlich vorhandene Bebauung anpassen, findet er. Doch so gut das auch klingt, es regt sich Kritik: „Wir leben hier jetzt quasi in Klein-Manhattan“, sagt Lydia Dabelstein. Die 63-Jährige ist vor zwei Jahren in das Wohnquartier gezogen und findet die Flachdach-Bauweise gar nicht schön. Auch der abnehmende Baumbestand im Zuge der Erschließungsmaßnahmen des Stadtparkquartiers bereitet ihr Sorgen. Anwohner Hermann Stegemann pflichtet seiner Nachbarin bei: „Seit Jahren erlebe ich hier einen Baumkahlschlag“, sagt er während eines zufälligen Treffens am Baufeld. Bereits im Dezember hatte er die Abholzungen kritisiert, das Wochenblatt berichtete. Ende Januar äußerte er seinen Unmut erneut in der öffentlichen Plandiskussion. Thomas Domres von der SPD kann die Bedenken der Anwohner verstehen. „Wir wollen natürlich auch möglichst viele Bäume erhalten“, sagt er. Wichtig jedoch sei auch, „dass Wohnraum entsteht, wo ursprünglich eine rein gewerbliche Nutzung vorgesehen war. Das finde ich durchaus gut.“

Großflächige Begrünung gefordert


Wenn am 25. Februar der Stadtentwicklungsausschuss tagt, steht der Bebauungsplanentwurf weit oben auf der Agenda. Auch für die CDU-Bezirksfraktion sind die Grünmaßnahmen wichtig. Ebenso wie eine „vernünftige Bebauung der Fläche und Integration in den vorhandenen Bestand“, erklärt Bernd Kroll. Um das Stadtklima in der Summe möglichst auszugleichen, beantragen die Christdemokraten, dass der finale Bebauungsplan die Begrünung sämtlicher Dachflächen sowie im Bereich zum Bahndreieck und im Innenhof berücksichtigt. Auch bei den Geschossen könne, bis auf den achtgeschossigen Hochpunkt, nachgelegt werden. „Wir müssen darauf achten, dass die vorhandene Baufläche sinnvoll genutzt wird und keine Ressourcen verschenkt werden“, so Kroll. Die CDU-Fraktion will daher prüfen lassen, ob in einigen Bereichen Quartiers-adäquat auf fünf oder sechs Stockwerke aufgestockt werden kann. Hinsichtlich der großen Nachfrage nach Wohnraum in Hamburg sei es nur sinnvoll die Anzahl der Wohnungen zu erhöhen. Für Studenten, Auszubildende und andere Menschen in prekären Lebensverhältnissen ist die Lage besonders heikel, auch deshalb solle geprüft werden ob ihnen ein Drittel des geplanten Wohnraums zur Verfügung gestellt werden kann. Einige Anwohner hatten zudem eine Verlegung der Tiefgaragen-Einfahrt gefordert. Zudem wird über eine Verlängerung des vorhandenen Fußwegs zwischen den Häusern und der Güterumgehungsbahn bis zur Straße Alten Wöhr beraten.

Der Stadtentwicklungsausschuss Hamburg-Nord tagt am 25. Februar ab 18 Uhr im Großen Sitzungssaal in der Robert Koch Straße 17
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2 Kommentare
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Michael Kahnt aus Barmbek | 25.02.2016 | 08:03  
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Matthias Kleinert aus Barmbek | 06.03.2016 | 17:15  
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