207 neue Denkmäler

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Das Etagenhaus Preystraße 4 mit den vier steinernen Grazien im Erdgeschoss steht bald unter Denkmalschutz. Foto: Hanke

Gesetzesänderung greift auch in Groß Borstel

Eppendorf/Groß Borstel. Die Straße Beerboomstücken in Groß Borstel zeichnet sich durch ein einheitliches, nicht gerade spektakuläres Bild aus, geprägt durch Siedlungshäuser der SAGA/GWG aus den 1950er Jahren.

Voraussichtlich ab 1. Mai werden alle diese Häuser, die kürzlich saniert wurden, unter Denkmalschutz stehen: 207 Adressen. Eine Folge des neuen Denkmalschutzgesetzes, das der Senat kürzlich beschlossen hat und das am 1. Mai in Kraft treten soll.
Durch diese Gesetzesänderung genießen nun alle Denkmäler, auch diejenigen, die bislang nur als Denkmäler erkannt und noch nicht unter Schutz gestellt worden waren, Denkmalschutz. Zu den 1.900 unter Denkmalschutz stehenden Objekten gesellen sich die 3.000 bislang nur erkannten Denkmäler hinzu, unter anderen die Siedlungshäuser in der Straße Beerboomstücken. Die Eigentümer der neuen 3000 unter Schutz stehenden Objekte müssen künftig wie die übrigen Besitzer von schutzwürdigen Gebäuden alle baulichen Änderungen, die sie an ihrem Besitz vornehmen wollen, genehmigen lassen. Bislang brauchten sie diese Vorhaben nur vier Wochen vor Baubeginn anzeigen. Damit folgt Hamburg einer Vereinheitlichung des Denkmalschutzes, der bereits in zwölf Bundesländern Gesetz ist.
Das Denkmalschutzamt und die Kultursenatorin sind begeistert. „Ziel des neuen Gesetzes ist es, den schützenswerten Bestand an historischen Gebäuden und Ensmbles in Hamburg besser zu sichern und zugleich klare und transparente Regelungen für private Eigentümer und Investoren zu schaffen. Nach intensiven Beratungen ist es uns gelungen, einen guten Weg zu finden, der sowohl den Denkmalschutz stärkt, als auch die Interessen der Eigentümer berücksichtigt“, sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler über das neue Denkmalschutzgesetz. Der Hamburger Grundeigentümer-Verband ist nicht so begeistert. „Wir haben rechtsstaatliche Bedenken. Die Stadt kann nicht einfach durch ein Gesetz Gebäude unter Denkmalschutz stellen. Bislang wurden die Eigentümer miteinbezogen, wenn Objekte unter Denkmalschutz gestellt wurden. Jetzt müssen sie vor dem Verwaltungsgericht klagen, wenn sie es nicht wollen“, beanstandet Heinrich Stüven, der Vorsitzende der Grundeigentümer-Verbandes. Er sieht auch das bislang gute Klima zwischen Grundeigentümern und Denkmalschützern durch das neue Gesetz gefährdet sieht. (ch)
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