68 Bäume umsonst gefällt?

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Stefan Bohlen (CDU) vor der Tarpenbek: auf der Freifläche am Ufer im Hintergrund standen mal 68 Bäume, die für einen Sandfang gefällt wurden, den es bis heute nicht gibt Fotos: Hanke

Bezirksamt verhandelt über Sandfang an der Tarpenbek neu. Finanzierung gestoppt

Hamburg. 68 Bäume wurden im Februar/März 2014 am Ufer der Tarpenbek für die Anlage eines Sandfangs gefällt, der den Eppendorfer Mühlenteich vor Verschmutzung und Versandung schützen soll. Doch es ist unklar, um die Umweltbehörde das Konzept überhaupt finanzieren wird.

Es war im Januar 2014 im Regionalausschuss Eppendorf / Winterhude vorgestellt worden, zur Umsetzung einer EG-Wasserrichtlinie, finanziert mit 300.000 Euro durch die Umweltbehörde. Die Tarpenbek sollte demnach kurz hinter der Rosenbrookbrücke in das fließende Gewässer und den Sandfang geteilt werden, in dem Schmutz und Sand aufgefangen wird. Ziel: nur das gesäuberte Wasser sollte in den Eppendorfer Mühlenteich fließen.

Große Anfrage gestellt

Eine kleine Anfrage des CDU-Bezirksabgeordneten Stefan Niclas Bohlen an das Bezirksamt Hamburg-Nord ergab nun, dass die Umweltbehörde die Mittel für den Sandfang womöglich nicht mehr zur Verfügung stellt. „Uns war aufgefallen, dass in Sachen Sandfang nichts geschehen war. Darum haben wir nachgefragt“, erzählt Stefan Bohlen, der es angesichts der bereits gefällten 68 Bäume skandalös findet, dass die Kommunalpolitik vom Bezirksamt darüber nicht informiert wurde. 44 Bäume sollten nach Beendigung der Baumaßnahme nahe der gefällten Bäume nachgepflanzt werden. Für 30 weitere muss ein Ausgleich von 1.000 Euro pro Baum gezahlt werden. Ein Teil der Bäume hätte „aus Gewässerschutzgründen“ ohnehin gefällt werden müssen. Das Bezirksamt verhandelt derzeit mit der Umweltbehörde über den Sandfang. Stefan Bohlen will es noch genauer wissen und hat jetzt über seine Fraktion eine Große Anfrage zu diesem Thema an den Senat gestellt. (ch)
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