Abriss noch vermeidbar?

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Rosenstöcke vorm Fenster und rankender Efeu an den Wänden. Die Welt am Brodersweg scheint in Ordnung Foto: Hanke

Brodersweg: Mieter erhielten Kündigungen

Von Christian Hanke
Rotherbaum
Das Schicksal der Häuser Brodersweg 10-13, der letzten Jugendstilhäuser aus dem alten Pöseldorf mit Vorgärten, ist offenbar besiegelt. Die Vermieterin will sie abreißen lassen, da sie laut eines Gutachtens, das von ihr in Auftrag gegeben wurde, auf zu unsicherem, von Wasser unterspültem Untergrund stehen. Das Bezirksamt Eimsbüttel hatte die Abrissgenehmigung bereits 2014 erteilt (das Wochenblatt berichtete). Die Mieter sind entsetzt. Viele Gespräche zwischen Mietern, deren Anwälten, der Vermieterin und dem Bezirksamt in den letzten Monaten haben die Position von Vermieterin und Bezirksamt nicht verändert. Die Mieter haben kürzlich Kündigungen mit unterschiedlichen Fristen über die nächsten neun bis zwölf Monate erhalten. Einer der ältesten Mieter muss zum 31. Januar 2017 ausziehen. Auch die umfangreichen Recherchen eines Mieters zu der Verwässerung des Untergrunds haben die Vermieterin nicht umstimmen können. Nach diesen Erkenntnissen haben defekte Wasserleitungen über Jahre den Wasserschaden unter den Häusern verursacht und nicht die nahe gelegene Alster.

Rechtsanwalt will Gutachten anfechten


Die Abfindungen, die die Vermieterin angeboten hat, empfinden Mieter und Rechtsanwalt Bernd Vetter, der einige der Bewohner vertritt, als viel zu gering. „Das ist ein Witz. Ich habe rund 70.000 Euro in meine Wohnung gesteckt, habe nicht damit gerechnet, dass das Haus abgerissen wird“, ereifert sich Mieter Andreas Kaerger, der nicht freiwillig ausziehen will. Einige Mieter haben sich nach der Kündigung mit der Vermieterin verglichen. Bernd Vetter sieht aber gute Chancen, Räumungsklagen abzuweisen. „Ich werde alle Gutachten bestreiten“, kündigte er an. Vetter hält die Wirtschaftlichkeitsrechnung, die die Vermieterseite aufgemacht hatte, nicht für richtig. Der Gutachter der Vermieterin war zu dem Schluss gekommen, Abriss und Neubau seien kostengünstiger als eine umfassende Sanierung der alten Häuser.
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