Alles Müll, oder was?

Anzeige
Überquellende Grillcontainer aus dem vorigen Jahr hat die CDU vor Augen, wenn sie gegen die Vermüllung an der Alster einschreiten möchte Foto: wb

CDU will Schmutzbergen im Sommer vorbeugen, blitzt aber mit Anträgen ab

Hamburg-Nord Die Grünanlagen an der Alster sind in Gefahr. „Die Natur wird immer stärker zurückgedrängt, Bäume werden gefällt, Vögel finden nur noch schwer Nistplätze und die Strauch- und Kleinbaumvegetation wird entfernt.“ So sehen es nicht etwa die Grünen, sondern so steht es in einem Antrag der CDU Hamburg-Nord. Schlimmer noch. Vermüllung bedrohe den Charme der Außenalster, finden die Christdemokraten: „Müllberge prägen in dieser Zeit das Landschaftsbild und Plastik liegt verstreut in der Gegend herum.“ Vögel und die Ökologie der Außenalster sieht die CDU gefährdet. „Unser Antrag bezieht sich auf die wärmeren Monaten, wenn viele Menschen die Grünanlagen nutzen. Der Vermüllung im Sommer wollen wir vorbeugen“, erläutert der CDU-Bezirksabgeordnete Christoph Ploß.
Die CDU fordert deshalb die Einrichtung einer Planungswerkstatt bis 30. Juni, „bei der zusammen mit den Hamburger Umweltverbänden und interessierten Bürgern Maßnahmen erarbeitet werden, mit denen eine nachhaltige Pflege der Hamburger Außenalster und der Gebiete rund um die Hamburger Außenalster gewährleistet werden soll.“ Um die Vermüllung zu stoppen, will die CDU den Bezirklichen Ordnungsdienst (BOD) wieder einführen, der Ende 2013 aufgelöst wurde.
Daraus wird aber nichts. Von den neun Punkten des CDU-Antrags lehnten SPD und Grüne sechs ab, auch die Forderungen nach Planungswerkstatt und Wiedereinführung des BOD. Eine Planungswerkstatt helfe nicht, weil sie die Verschmutzer der Grünanlagen nicht erreiche, argumentieren SPD und Grüne. „Wir lösen das mit Fachleuten und Bußgeldern“, erklärt Thomas Domres, der Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion Hamburg-Nord. Einem Zurückdrängen der Natur, müsse man außerdem nicht entgegenwirken, findet Domres: „Das ist ein Park. Der ist für die Menschen da. 200.000 stimmen jedes Wochenende mit den Füßen ab, dass sie das gut finden.“ Christoph Reiffert, Bezirksabgeordneter der Grünen in Hamburg-Nord, erinnert daran, dass die Bevölkerung vor einigen Jahren zum Thema Grünanlagen an der Außenalster befragt wurde: „Die Antworten flossen in ein Konzept für den Umgang mit Grünanlagen, das das Bezirksamt Hamburg-Nord jetzt anwendet.“ Außerdem würde das Grün an der Außenalster sechsmal in der Woche gereinigt. „Mehr geht nicht“, so Reiffert. Den CDU-Antrag hält er für „reinen Populismus“.
Das Bezirksamt Hamburg-Nord sieht sich in Sachen Grünanlagen „gut aufgestellt“. Eine vom Amt beauftragte Firma reinigt „regelmäßig“, unterstützt durch Bezirksamts-Mitarbeiter, die eingreifen, wenn es „zu punktuellen zwischenzeitlichen Vermüllungen“ kommt. Schließlich haben auch die bezirksübergreifend tätigen Waste Watcher der Stadtreinigung ein Auge auf den Dreck in Parks und Grünanlagen. In der Sommersaison wird „auf den signifikanten Flächen“ täglich gereinigt. Bislang braucht jedenfalls noch niemand Extra-Schichten zu schieben: Von Vermüllung keine Spur entlang der Alster in Winterhude und Uhlenhorst. (ch)
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
393
Michael Kahnt aus Barmbek | 05.05.2015 | 14:08  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige