Als am Grindel zwei Kasernen standen

Anzeige
Bundesstraße 45: wo einst die Neue Kaserne stand, geht`s jetzt um Chemie Foto: Hanke
Grindel. Zwei Kasernen standen einst an der Bundesstraße. Fast nichts ist von ihnen geblieben. Jetzt erinnert eine Ausstellung der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel an die beiden monumentalen Klötze aus der Kaiserzeit und ihre bewegte Geschichte. Im Foyer des Bezirksamtes Eimsbüttel, Grindelberg 66, informiert die aus Dokumenten, zusammenfassenden Texten und Fotos bestehende Ausstellung über die 1869-71 erbaute Alte Kaserne, die auf dem heutigen Gelände des Fachbereichs Chemie der Universität stand, und die früher gegenüberliegende, 1897 eröffnete Neue Kaserne. Beide Bauwerke spiegeln deutsche Geschichte wider – von der Planung während der Gründung des Deutschen Reiches von 1871 über die Erstürmung der Kasernen in der Novemberrevolution 1918 bis zur Unterbringung von Polizeibataillonen, die im Zweiten Weltkrieg an der Judenvernichtung beteiligt waren, und der Umwandlung in ein kärgliches Durchgangslager für Flüchtlinge in der Nachkriegszeit. Bezeichnenderweise wurden die Kasernen in den 1970-er Jahren abgerissen, als ein deutlicher Wandel Deutschland erfasste. Die Ausstellung zeigt auch Karten vom späteren Kasernenengelände vor der Bebauung, schildert das Soldatenleben in der Kaiserzeit und informiert über das Polizeiwesen in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Von den Kasernen ist nur ein Nebengebäude in der Sedanstraße geblieben. Es wurde in ein Wohnhaus umgebaut. Die Ausstellung „Die ehemaligen Kasernen in der Bundesstraße“ wird noch bis zum 10. Mai gezeigt. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige