Alsterdorf: Info-Veranstaltung gegen Anwohner-Ängste

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Viele Anwohner waren gekommen, um sich zu informieren Foto: Haas

Hamburgs neue Folgeunterkunft für Flüchtlinge am Maienweg soll 200 Menschen Platz bieten

Von Waltraut Haas
Alsterdorf
Die Martin-Luther-Kirche war am vergangenen Mittwoch gut besucht. Zahlreiche Anwohner und Interessierte informierten sich über die Pläne zur neuen Folgeunterkunft für rund 200 geflüchtete Menschen am Maienweg 77a-e. Ex-Bezirksamtsleiter Wolfgang Kopitzsch begrüßte das Publikum als Vorsitzender des Kirchengemeinderats und übergab das Wort seinem derzeitigen Amtskollegen Harald Rösler. Wegen des Zustroms von Flüchtlingen mangelte es vor einem Jahr noch an Unterkünften. Aus akuter Not waren zunächst Adhoc-Lösungen nötig, sagte Rösler. „Damals gab es viele Unwuchten, manches lief eher ungeordnet und holprig“, so Rösler, dankbar für zahlreiche engagierte Bürger. Mit ihrer Unterstützung sei eine große Herausforderung bewältigt worden. Jetzt könne die Unterbringung von Flüchtlingen geordneter angegangen werden. Dazu gehöre die Folgeunterkunft am Maienweg. Auch hier seien Nachbarn und ehrenamtliche Helfer eingeladen, sich an einem Runden Tisch zu beteiligen. Die entlang einer Sackgasse liegenden fünf Wohngebäude in Bundesbesitz standen lange leer. Sie können nach einer Sanierung während maximal fünf Jahren unentgeltlich genutzt werden, erklärte Andrea Stoltmann von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI). Geflüchtete bleiben aktuell viel länger in der Erstaufnahme wegen mangelnder Folgeunterkünfte. In vier Häusern am Maienweg können ab Januar 84 Menschen wohnen. Ein weiteres Haus sei für Gemeinschaftsräume und Büros der f&w-Mitarbeiter vorgesehen. Weitere 120 Plätze sollen dort in zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden in Containerbauweise entstehen, informierte ein Referent des künftigen Betreibers fördern & wohnen (f&w). In der von Sozialdezernentin Yvonne Nische umsichtig moderierten Fragerunde erkundigten sich Besucher nach Details: etwa die Lage der Spielplätze und Kinderlärm, das Lichtkonzept oder Heizkosten. Auch Ängste waren Thema: ob von Flüchtlingen Gefahren ausgehen könnten? f&w-Bereichsleiter Hans-Jürgen Schinowski dazu: „Wir sind doch ganz nah dran an den Menschen; von Radikalisierung oder Terrorgefahr wüssten wir als Erste.“ Auch Marcus Blunert, Leiter des zuständigen Polizeikommissariats 34 konnte Bedenken entkräften. „In Alsterdorf und Langenhorn gibt es absolut keine Gefahrenlage.“ Auffällige Straftaten seien nicht vorgekommen. Ein Mittel gegen die Angst vor den neuen Nachbarn empfahlen in der Flüchtlingshilfe engagierte Frauen: „Wer den Menschen begegnet und sie kennenlernt, überwindet schnell seine Ängste.“ sagten sie unter großem Beifall. Eine Erfahrung, die Denitsa Jürgensen bestätigt. Sie wird ab Januar die neue f&w-Unterkunft leiten.

Wer sich am Runden Tisch Maienweg beteiligen möchte, kann sich anmelden unter: sozialraummanagement@hamburg-nord.hamburg.de
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1 Kommentar
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D. Weisheit aus Alsterdorf | 02.10.2016 | 15:02  
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