Ampel: Dorn im Auge

Anzeige
Diese Ampel an der Kreuzung Grindelhof / Hartungstraße /Rutschbahn ist Jimmy Blum und dem Verein Grindel e. V. ein Dorn im Auge. Foto: Hanke

Grindelhof : Anwohner sind vom Durchgangsverkehr genervt

Von Christian Hanke
Grindel. Der Grindelhof ist nur noch in Richtung Norden eine Durchgangsstraße. Nach langjährigen Diskussionen um eine Verkehrsberuhigung wurde die Fahrtrichtung City vor Jahren zur Sackgasse.
Doch Anwohner und einige Ladeninhaber sind auch von dem verbliebenen Durchgangsverkehr genervt. „Die Autos rasen fast immer mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Grindelhof“, beobachtet Jimmy Blum, Ladenbesitzer in der nahe gelegenen Hartungstraße, jeden Tag. Insbesondere im Kreuzungsbereich Hartungstraße / Rutschbahn treten die Autofahrer das Gaspedal durch, wenn die Ampel auf Grün zeigt. Der Verkehr wird hier durch die Anordnung zusätzlich beschleunigt, dass im Kreuzungsbereich 50 statt wie im übrigen Grindelhof nur 30 Stundenkilometer gefahren werden darf.
Das schreibt die Straßenverkehrsordnung vor, weil in Tempo-30-Zonen keine Ampeln stehen dürfen. Dem Verein Grindel e.V., in dem viele Geschäftsinhaber und Anwohner im und rund um den Grindelhof Mitglied sind, reicht es jetzt. „Wir fühlen uns auch für das Leben und das Miteinander hier im Grindelviertel verantwortlich. Wir wollen, das sich die Menschen hier wohl fühlen.
Darum kümmern wir uns auch um diese Verkehrsangelegenheiten“, erläutert Jimmy Blum. Grindel e.V. ist vor allem die Ampel ein Dorn im Auge, würde sie am liebsten einfach abschalten. Nur abschalten geht aber nicht.
Wenn die Ampel nicht mehr genutzt wird, muss sie abgebaut werden und das kostet 70.000 Euro. Von einem Vorschlag des Bezirksamtes Eimsbüttel, die Ampel durch einen optischen, angedeuteten Kreisverkehr zu ersetzen, hält Jimmy Blum nichts. „Da fahren die Autos einfach drüber“, befürchtet er. Grindel e.V. hat der Verwaltung und allen Fraktionen der Bezirksversammlung Eimsbüttel einen anderen Vorschlag gemacht. „Wir wollen den Grindelhof zwischen Bieber- und Hartungstraße stadtauswärts für den Autoverkehr sperren lassen und die Einbahnrichtung in der Bieberstraße umkehren“, erläutert Jimmy Blum den Plan der Gewerbetreibenden. Der Durchgangsverkehr müsste dann einen Umweg durch Bieber-, Schlüter- und Hartungstraße nehmen – und wird, so hofft Grindel e.V., von einer Fahrt durch den Grindelhof dauerhaft abgehalten.
Die Grünen in Eimsbüttel signalisierten sofort Zustimmung zu diesem Plan.
Die SPD hat sich noch keine Meinung gebildet. Die CDU fordert eine breite Bürgerbeteiligung. Ausgang der Diskussion noch ungewiss.
Was eine Behinderung des Durchgangsverkehrs bewirken kann, zeigt derzeit die Baustelle vor dem Café Leonar. „Sofort wird der Verkehr ausgebremst“, berichtet Jimmy Blum.
Die Situation im Grindelhof ist dennoch ernst. Vor einigen Tagen wurde dort ein 12-Jähriger Junge angefahren und schwer verletzt.(ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige