Anwohner: Probleme lösbar

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Dieser Platz könnte zur Promenade umgestaltet werden, wenn die Bushaltestelle auf die Straße verlegt würde, schlägt Anwohner Bernd Kroll vor. Foto: Gemeinholzer
 
Der Bereich der jetzigen Bushaltestelle Gertigstraße könnte zur Promenade umgestaltet werden, wenn die Haltestelle auf die Fahrbahn verlegt würde. Foto: Gemeinholzer

Initiative will Mühlenkamp attraktiver gestalten

Von Anne Gemeinholzer
Winterhude. Keine Frage: Der Mühlenkamp ist eine der attraktivsten Straßen in Winterhude. Außer Frage steht aber auch, dass die Flaniermeile seit Langem mit einem massiven Verstopfungsproblem zu kämpfen hat. Eine Initiative von Anwohnern ist überzeugt, dass sich die Verkehrsprobleme mit relativ einfachen Mitteln und überschaubarem Budget lösen lassen. Ihre Ideen wollen sie bei einem Runden Tisch zur Umgestaltung des Mühlenkamps vorstellen, der am Donnerstag, 24. Januar, ab 19 Uhr im Goldbekhaus geplant ist. Eingeladen dazu hat das Bezirksamt Hamburg-Nord – um die Bürger über die ab 2014 geplanten Baumaßnahmen am Mühlenkamp zu informieren, die vorrangig der Busbeschleunigung dienen.
„Wichtig ist, dass die Umgestaltung ins Gespräch kommt, dass nicht am grünen Tisch in der Verwaltung darüber entschieden wird“, sagt Anwohner Bernd Kroll. Von der Politik sei zurzeit wenig Konstruktives zu erwarten. „Im Regionalausschuss hieß es kürzlich: Am Mühlenkamp wird sich nichts ändern, da war schon immer Chaos.“ Dabei könne man den öffentlichen Raum sehr wohl gestalten. Entscheidend sei, zu klären, wem man den begrenzten Raum überlassen wolle. „Man sollte die Bürger beteiligen. Die haben meistens gute Ideen“, so der Vordenker der Initiative.
Die Interessen der Fußgänger sollten seiner Ansicht nach bei der Planung obenan stehen. Weil im Mühlenkamp deutlich mehr Fußgänger unterwegs seien, als etwa in der Barmbeker Straße oder Sierichstraße, sollte dem Fußgängerverkehr Vorrang gegenüber dem öffentlichen Personennahverkehr zukommen.
Um Fußgängern Wege zu erleichtern, sollten diese an der Kreuzung Mühlenkamp/ Poelchaukamp/ Preystraße diagonal die Straße queren können. Dies könne durch so genanntes Rundum-Grün erreicht werden – eine spezielle Ampelschaltung, bei der eine Ampelphase lang nur Fußgänger Grün haben statt wie sonst zeitgleich mit dem Autoverkehr, erklärt Kroll. Handlungsbedarf sieht er auch bei der Förderung des Radverkehrs. Denn Radler haben es auf dem Mühlenkamp oftmals schwer, sich zwischen dem stauenden Verkehr auf der Fahrbahn zu behaupten. Erst an vierter Stelle sei der fließende Kfz-Individualverkehr zu bedenken.

Konkrete Vorschläge

Ausgehend von diesen Überlegungen hat die Initiative konkrete Vorschläge zu einer Verbesserung der derzeitigen Situation, über die sie ins Gespräch kommen möchte. „Wenn man dem Bus Vorrang geben will, muss man das über die Ampelschaltung machen oder auch zusätzlich über einen Fahrradstreifen. Die werden hier im Quartier gut respektiert“, so Kroll. Die neuen Fahrradstreifen im Hofweg würden selten zugeparkt. Andere Parkregelungen würden aber von vielen Bürgern nicht verstanden. „Wir finden es gut, wenn sich der Mühlenkamp verkehrlich verbessert“, sagt auch Geschäftsmann Christoph Gruber von der Initiative. „Woran wir aber kein Interesse hätten, wäre, ihn autofrei zu machen. Es sollte die Möglichkeit bestehen bleiben, kurz aus dem Auto rauszuspringen – davon lebt der ganze Einzelhandel hier.“ Zwischen Gehweg und Fahrradstreifen sollte deshalb tagsüber kurzfristiges Parken bis zu 30 Minuten zulässig sein, so Krolls Vorschlag. Neben einer Ampel-Vorrangschaltung für Busse sollte die Bushaltestelle vor den Häusern Mühlenkamp 5-9 auf die Fahrbahn verlegt werden. „Abgesehen von beschleunigten Bussen wäre der Vorteil, dass man die zusätzliche Gehwegfläche gut gestalten könnte“, so Kroll.

Runder Tisch

Etliche Gewerbetreibende hätten ihm gegenüber bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, sich an einer Umgestaltung zu beteiligen. „Die Anwohner sind sehr engagiert und interessiert und bereit, sich aktiv mit einzubringen“, bestätigt Christoph Gruber. Ob mit Ideen oder auch finanziell, ließ er noch offen. „Wenn man auf dem Platz, den man durch den Rückbau der Busbucht gewinnt, zusätzliche Bäume pflanzen würde, würde das die Straße enorm aufwerten“, ergänzt Gruber.
Der Runde Tisch sei ein erster guter Schritt zu mehr Bürgerbeteiligung, findet Kroll. Die von der Initiative angedachten Maßnahmen könnten noch in diesem Jahr umgesetzt werden. „Es ist nicht viel Geld, was hier benötigt wird. Das teuerste ist, die Bushaltestelle zu verlegen. Hier könnte man Geld sparen, wenn man die Baustellen schneller abwickelt“, ist Kroll überzeugt. Über Lösungen für die Probleme am Mühlenkamp diskutieren beim Runden Tisch mit den Bürgern Experten der Verkehrsbehörde, des HVV, des ADAC, ADFC, des Bezirksamtes Hamburg-Nord sowie Vertreter der Fraktionen des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude. (ag)
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