Asyl-Debatte: „Optimalen Standort findet man in Hamburg nie“

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Hendrijke Blandow-Schlegel (re.) und Heidrun Petersen-Römer vom Hilfeverein Foto: Hanke

Streit um Sophienterrasse

Hamburg. Aufregung um die geplante Asylbewerberunterkunft an der Ecke Sophienterrasse / Mittelweg: Auf einer Informationsveranstaltung des Bezirksamtes Eimsbüttel in der Aula des Wilhelm-Gymnasiums mit rund 300 Teilnehmern kam es zu einer teilweise sehr leidenschaftlich geführten Diskussion um das Für und Wider der Einrichtung, deren Kauf 14 Millionen Euro kostete. Für den Umbau sind rund fünf Millionen Euro geplant.
Das Haus wird komfortabel: In vier Geschossen inklusive Souterrain werden voraussichtlich 23 mit zwei bis acht Zimmern unterschiedlich große Wohneinheiten sowie Büro- und Gemeinschaftsräume eingerichtet. Die genaue Aufteilung der Flächen steht noch aus. Auf dem Freigelände wird ein Spielplatz angelegt. Über den Zeitpunkt der Fertigstellung und die künftigen Bewohner können die Behörden noch keine Angaben machen. Nach einleitenden Kurzvorträgen von Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke sowie Vertretern der Sozialbehörde und von „Fördern und wohnen“, die die Unterkunft betreiben werden, äußerten vier Besucher, darunter zwei Mitglieder der AfD (Alternative für Deutschland), massive Kritik an den Behördenplänen. „Zu teuer für die geplanten 220 Flüchtlinge“, lautete eines der beiden Hauptargumente der Unterkunftsgegner. Der Kaufpreis wurde bereits mehrfach kritisiert. „Aber“, so ein Befürworter der Unterkunft, „das Geld kommt ja der Allgemeinheit zugute, nämlich dem Bund, der das Gebäude verkauft hat.“ Immerhin kein Spekulantengewinn. Das zweite Argument der Kritiker formulierte vor allem Markus Wegner, ehemaliger Gründer der Statt-Partei, heute Mitglied der AfD und langjähriger Bewohner des Stadtteils: „Die Flüchtlinge werden in eine Insel gesteckt. Es gibt hier für sie nichts Günstiges zu kaufen. Sie sind vollkommen isoliert, sitzen im Nirwana.“
Dem widersprachen Befürworter der Unterkunft, zum Teil Mitglieder des extra gegründeten Vereins „Flüchtlingshilfe Harvestehude“. Dieser hat sich die Unterstützung der Bewohner der geplanten Flüchtlingsunterkunft auf die Fahnen geschrieben. Fritz von Hammerstein, ein direkter Nachbar der geplanten Unterkunft, glaubt, wie auch andere Redner, dass gerade „ein starker Stadtteil“ wie Harvestehude sehr hilfreich für die Flüchtlinge sei. Außerdem, so von Hammerstein: „Einen optimalen Stadtteil findet man nie.“
Der Verein hat bisher 52 Mitglieder und viele Sympathisanten. Ansprechpartner sind die Vorsitzenden Hendrijke Blandow-Schlegel (HendrijkeBlandow@web.de) und Heidrun Petersen-Römer (petersen.roemer@gmail.com). (ch)
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6 Kommentare
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Anja Markmann aus Ahrensburg | 29.04.2014 | 18:32  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 02.05.2014 | 20:13  
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Anja Markmann aus Ahrensburg | 02.05.2014 | 22:32  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 03.05.2014 | 07:36  
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Anja Markmann aus Ahrensburg | 03.05.2014 | 15:27  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 03.05.2014 | 19:25  
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