„Auch Glück ist lernbar“

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Stark im Einsatz für Kinder: Hannelore Lay Foto: Haas
 
Vorbereitung der „Aktion Schulranzen“: Hannelore Lay (Mitte) mit Helferinnen Foto: wh/wb

Hannelore Lay aus Winterhude hilft unermüdlich mit der Stiftung Kinderjahre

Winterhude Die gut aussehende „Charity Lady“ aus Winterhude wirbt seit Jahren erfolgreich um Spenden für das Wohl von Hamburger Kindern und kann prominente Unterstützer gewinnen. Aber Hannelore Lay, 66, dient keinesfalls als Vorlage für Klischees. Dafür hat die Vorsitzende der Stiftung Kinderjahre seit elf Jahren zu viel zu tun. Mehr Chancengerechtigkeit für Kinder in Hamburg möchte sie erreichen. Für starke Kids macht sie sich selber stark, unterstützt von einem großen ehrenamtlichen Team, ihrer „Stiftungsfamilie“, wie sie sagt. Im Februar wurde ihr Einsatz ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz.
Vor Beginn des neuen Schuljahrs war die Winterhuder Powerfrau gerade unterwegs für die „Aktion Schulranzen 2015“. Familien tun sich oft schwer, die vielen Dinge für ihre Kleinen anzuschaffen, dringend nötig für einen gelingenden Schulstart. Aber kein Kind dürfe wegen mangelhafter Kleidung oder dem fehlenden Schulranzen benachteiligt werden. Und so sammelt das Stiftungsteam gut erhaltene gebrauchte Schulranzen, bereitet sie auf und findet Wege, sie bedürftigen Jungs und Mädchen zukommen zu lassen. Weil Kleider Leute machen, kooperiert die Stiftung mit einem Textilhersteller. So können bedürftige Familien im Charity-Outlet „Glücks-Griff“ neuwertige Kleidungsstücke erwerben, zu Preisen bis zu 5 Euro. Bei entsprechenden Empfehlungen durch Kitas, Schulen und Familienhilfe-Einrichtungen werden in jedem Jahr an 1000 Hamburger Schulkinder „Kleidertaler-Gutscheinhefte“ ausgegeben, mit denen 30 Kleidungsstücke für Kinder umsonst abgegeben werden.
„Alle unsere Aktionen laufen ausschließlich in Kooperation mit unseren Partner-Schulen in sozialen Brennpunkten“, erklärt Hannelore Lay. Die Stiftung fördert Schulessen und Gartenprojekte, organisiert Nähkurse, Ausflüge in die Arbeitswelt zu Partner-Unternehmen der Stiftung oder in die Natur. Ebenso Musik- und Tanzprojekte an Schulen: Sie vermitteln den Akteuren Spaß und zugleich ein Bewusstsein der eigenen Stärke. In allen Stiftungsprojekten werden Kinder an die Hand genommen und bei einem glücklichen Start ins Leben begleitet. „Auch Glück ist lernbar.“ Hannelore Lay lächelt. „Wir sind richtig stolz darauf, dass wir in Hamburg das Schulfach Glück nach vorn gebracht haben.“
Dabei ist sie als Hamburger Deern in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen. Ihre Kindheit in der Nachkriegszeit möchte sie aber keinesfalls als „unglücklich“ bezeichnen. „Ich bin da hineingewachsen und das war normal, ich kannte ja nichts anderes“, sagt sie. Für die chronisch kranke Mutter springt sie immer wieder ein und nimmt ihren acht Jahre jüngeren Bruder an die Hand. Sie ist selbst schon Mutter einer kleinen Tochter, als ihre Mutter stirbt. Als ihre Tochter 19-jährig bei einem Autounfall stirbt, gerät ihre Welt aus den Fugen. Ihr Mann Wolfgang Lay unterstützt sie und hilft, wieder nach vorne zu blicken. Über zehn Jahre betreibt sie ein Reformhaus in Hummelsbüttel. Durch die Bildungskarrieren der Lehrlinge in seinem Unternehmen angeregt, gründet Wolfgang Lay 2004 die Stiftung Kinderjahre. „Natürlich haben wir das ausführlich gemeinsam erörtert, aber die Stiftung ist sein Werk.“ Als ihr Mann 2007 an Krebs stirbt, muss sie erneut lernen, nach vorne zu blicken. Sie tritt in seine Fußstapfen und meistert seitdem immer wieder neue Herausforderungen mit ihrer „Stiftungsfamilie“, auch solche, die manchmal ratlos machen können: Etwa der aktuelle Zustrom von Flüchtlingen, viele Familien mit Kindern. Lösungen seien noch nicht in Sicht. Es gibt also viel zu tun: Dafür, dass kein Kind vernachlässigt wird – im Interesse einer glücklichen bewältigten Zukunft unserer Gesellschaft. (wh)

Weitere Informationen: www.stiftung-kinderjahre.de
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