Auch nach 70 Jahren noch wichtig

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Gruppenbild vor der Baustelle (v.l.): Uwe Beck, Polier, Stephan Bezzenberger, Bauherr, Nils Ladewig, Aug. Prien, Andreas Crepon, Finder der Dose, Karen Koop, Volksbund, Michael Groß, GF Aug. Prien, Linda Gold, Architektin, Guido A. E. Moritz, Architekt sowie Frank Bäuerle, Bauleiter August Prien Foto: Krause

Historische Sammeldose rückt Volksbundarbeit in den Fokus

Harvestehude Heute gibt es kaum noch Menschen, die aus persönlichen Bindungen heraus den Wunsch haben, ein Soldatengrab zu pflegen. Dennoch tun es viele junge Europäer in den vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angebotenen Workcamps. Die Besonderheit dieser Camps ist nicht, dass Kriegsgräber gepflegt werden, sondern dass jährlich Tausende junger Menschen zwischen 13 bis 25 Jahren aus vielen Nationen das gemeinsam tun. Wichtig ist auch, dass in gleicher Weise Kriegs- und Gräber aller Opfer von Unrecht und Gewalt in ganz Europa gepflegt werden. Friedensarbeit in Schulen und Jugendgruppen zu leisten, ist heute „der“ Schwerpunkt des Volksbundes. Damit stellt er sich bewusst gegen die wieder aufkeimenden dumpfen Parolen von Heldentum und Deutschtümelei. Das kostet Engagement und Geld. Es stammt nicht zuletzt aus den vielen Sammeldosen, mit denen Freunde und Mitglieder des Vereins auf den Straßen um Spenden bitten. Diese Dosen wecken aber auch Begehrlichkeiten, sodass es sehr vereinzelt vorkommt, dass sich Langfinger so einer Sammeldose bemächtigen. Karen Koop, die Volksbund-Vorsitzende in Hamburg, konnte auf einer Baustelle in der Hagedornstraße eine vor Jahrzehnten verschollene, historische Sammeldose entgegennehmen. „Beim Ausbau des Dachgeschosses hat unser Polier Andreas Crepon“, so Nils Ladewig, Prokurist des 1873 gegründeten Bauunternehmens August Priem „eine Volksbund-Dose mit genau sieben D-Mark in Münzen gefunden. Klar für uns, dass sie wieder in die Hände des Volksbunds gehört.“ So trafen sich etliche am Bau Beteiligten, um dabei zu sein, wenn Karen Koop, fast zwei Jahrzehnte Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, für den Volksbund die Dose wieder übernahm. Dabei konnte sie sich über ein kleines Wunder freuen. Denn die immer noch vorhandenen sieben D-Mark (= € 3,57) haben reichlich Zinsen getragen! August Prien und andere vom Bau spendeten 380 Euro oder umgerechnet DM 743,22. „Wir können das Geld gut gebrauchen“ erklärte Koop „denn auch 70 Jahre nach Kriegsende ist das Interesse von Angehörigen ungebrochen, etwas über das Schicksal und die letzte Ruhestätte von Familienangehörigen zu erfahren. Während diese Fragen in Westeuropa weitgehend geklärt sind, stellt sich das in Osteuropa ganz anders dar. Immer wichtiger wird für uns auch die Präventionsarbeit in den Schulen. Hier brauchen wir gleichermaßen ideelle wie auch finanzielle Unterstützung!“ (fjk)
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