Auf dem Weg zum inklusiven Quartier

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Viel Spaß macht Mandy Remus (32) die Arbeit im Kesselhaus Foto: Flüß
 
Kesselhaus-Geschäftsführerin Stefani Burmeister (l.) und Hanne Stiefvater, Vorstand der Ev. Stiftung Alsterdorf, freuen sich über das gelungene Projekt Foto: Flüß

Im Kesselhaus am Alsterdorfer Markt arbeiten jetzt sieben Menschen mit Handicap. Extra Küche ausgebaut

Alsterdorf „Der Alsterdorfer Markt soll ein inklusives Quartier werden. Auf dem Weg dorthin ist noch viel zu tun, wie etwa Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Hier im Kesselhaus ist das jetzt anders“, freut sich Hanne Stiefvater, Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA). Sie hatte in der vorigen Woche in das Restaurant am Alsterdorfer Markt geladen, um die Erweiterung eines besonderen Projektes zu feiern: Seit einem Jahr ist der Restaurantbetrieb inklusiv, sieben Beschäftigte mit Behinderung sind tätig. Nun wurde außerdem das Nachbargebäude mit einer Vorbereitungsküche, Umkleideräumen und einem Gemeinschaftsraum ausgestattet und in Betrieb genommen. Für die Beschäftigten und Kesselhaus-Geschäftsführerin Stefani Burmeister ist das ein großer Gewinn: „Im Kesselhaus sind wir erst einmal ganz niedrigschwellig mit dem Frühstücks-angebot gestartet. Wir haben uns gefragt, wie es mit einem Mittagstisch gehen soll, wenn alles zack, zack gehen muss. Deshalb haben wir den normalen Restaurantbetrieb in viele einzelne Arbeitsschritte aufgedröselt. In der neuen Küche können Menschen mit Behinderung die Speisen vorbereiten.“
Fünf Team-Mitglieder sind im Rahmen der Tagesförderung im Kesselhaus tätig, zwei weitere kommen aus den Werkstätten. „Alle Beschäftigten sind hochmotiviert. Die Gastronomie ist für sie ganz besonders geeignet“, beobachtet Jost Engelbert, Leiter der Tagesförderung. „Wenn Menschen nicht ins System passen, ist nicht der Mensch falsch. Wir schauen hier, wer was machen kann. Und wenn es nur eine halbe Stunde täglich ist.“ So sei die Zuarbeit für die Kesselhaus-Küche wie etwa das Schälen und in Scheibenschneiden von fünf Kilo Wurzeln eine als sinnvoll erfahrene Tätigkeit, die in einem geschützten Raum ohne Zeitdruck und die Hektik des Restaurantbetriebes ausgeübt werden könne.
In dem gemütlichen, in frischer grüner Farbe gestrichenen Gemeinschaftsraum können alle Team-Mitglieder gemeinsam essen und sich in der Pause austauschen. Aber auch im Service sind Beschäftigte mit Assistenzbedarf tätig. Hier entstehen Situationen, in denen die Assistenz nicht nur von Profis durchgeführt wird und alle Teammitglieder Hand in Hand arbeiten. So profitieren
und lernen alle voneinander. „Die Arbeit hier macht mir ganz viel Spaß“, so die 32-jährige Mandy Remus. „Meine Ausbildung habe ich in einem Hotel für Epileptiker gemacht und als Fachkraft im Gastgewerbe gearbeitet. Seit einem Jahr bin ich im Kesselhaus. Hier läuft alles so lieb. Man kennt sich, es kommen viele Stammgäste und im Team sind alle sehr nett.“
Auch ein Catering für umliegende Betriebe soll künftig in der neuen Küche vorbereitet werden. „Die Mitarbeiter, die aus der Werkstatt kommen, erhalten eine Arbeitsprämie, für sie gilt das Kesselhaus als Arbeitsplatz“, erläutert Jost Engelbert. Für Mitarbeiter aus der Tagesförderung gäbe es aber nur eine Aufwandsentschädigung. „Deshalb ist das Trinkgeld hier besonders wichtig“, so Jost Engelbert. Das Kesselhaus bietet ein günstiges Frühstücksbüffet, einen regionalen Mittagstisch und Kaffee und Kuchen an. (flü)

Weitere Infos: www.restaurant-kesselhaus.de
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