Aufstand am Klosterstern in Hamburg

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Derzeit führt ein Radweg um den Klosterstern. Der Radweg könnte auf die Straße verlegt werden Foto: Sichting/Archiv
 
Marcus Carl, Holger Bracker und Stephan Herbolzheimer (v.l.) von der neuen Initiative „Rettet den Klosterstern“

Anlieger gründen Bürgerinitiative gegen geplante Kreisel-Umgestaltung

Von Christian Hanke
Hamburg. Bereits im Sommer hatten erste Überlegungen zur Umgestaltung des Klosterstern-Kreisels im Norden von Harvestehude für Empörung gesorgt (das Wochenblatt berichtete). Jetzt hat sich der Ärger in der Gründung der Bürgerinitiative „Rettet den Klosterstern“ institutionalisiert: Gewerbetreibende und Anwohner protestieren gegen eine Umgestaltung von Klosterstern und Eppendorfer Baum. Befürchtet werden der Wegfall von Parkplätzen und die Fällung von Bäumen.
Insbesondere die Geschäftsleute vom Eppendorfer Baum sind alarmiert. Sie befürchten die Aufgabe einer Fahrspur und damit eine Gefährdung der Anlieferzonen in dieser belebten Geschäftsstraße.
Fakt ist nämlich inzwischen, dass die U-Bahnstation Klosterstern 2015 barrierefrei ausgebaut werden soll. Der Fahrstuhl soll im Einmündungsbereich Eppendorfer Baum zum Klosterstern in die derzeitige innere Fahrspur gesetzt werden. Deshalb muss die ganze Einmündung umgestaltet werden, die künftig einspurig in den Klosterstern geführt wird. Zur Entlastung dieses Bereiches verzichtet die Hochbahn immerhin auf den Platz für einen Überliegerbus an der Haltestelle U-Klosterstern in Fahrtrichtung Innenstadt. Dadurch kann die Haltebucht verkürzt werden.
Die Bürgerinitiative, die den barrierefreien Ausbau der U-Bahnstation ausdrücklich begrüßt, lehnt den Standort für den Fahrstuhl im Eppendorfer Baum aber ab. Die Hochbahn sieht neben dieser Variante nur noch eine zweite, die das Unternehmen aber für inakzeptabel hält. „Wir könnten den Fahrstuhl auch in die Mitte des Klostersterns setzen. Doch dann müssten wir eine Brücke über die Fahrbahn bauen. Das kann niemand wollen“, erläutert Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Der Fahrstuhl, so Kreienbaum, muss auf dem Bahnsteig landen. „Am Klosterstern gibt es keine Zwischenebene und die Treppenhäuser sind zu klein.“

„Umbau U-Bahnhof jetzt oder erst 2024“

Der Einbau sollte außerdem im nächsten Jahr erfolgen, weil dann auch der U-Bahnhof Stephansplatz auf derselben Strecke barrierefrei ausgebaut wird. So bräuchte die Linie U1 nur einmal eine Zeit lang wegen des Umbaus beider Bahnhöfe gesperrt werden. „Wenn der Bahnhof Klosterstern jetzt nicht umgebaut wird, geht es erst 2024“, so Kreienbaum.
Neben dem barrierefreien Ausbau des U-Bahnhofs plant die Stadtentwicklungsbehörde den Radverkehr im Klosterstern und wohl teilweise auch im Eppendorfer Baum auf die Straße zu verlegen. Fahrradstreifen sollen markiert werden, so die bisherige Überlegung. Die genaue Planung wird am Mittwoch, 3. Dezember, um 18 Uhr im Verkehrsausschuss Eimsbüttel vorgestellt, im Bezirksamt Eimsbüttel (12. Stock, Ferdinand-Streb-Saal, Raum 1275), Grindelberg 66.
Die Bürgerinitiative kritisiert, dass Hochbahn- und Behördenplanung nicht in einem Gesamtkonzept aufeinander abgestimmt würden. Vor allem aber ärgert die Anwohner und Gewerbetreibenden, die sich in der Initiative zusammengeschlossen haben, dass sie nicht über alle diese Planungen informiert worden seien. „Der Senat bügelt unsere Interessen ab. Planungen werden einfach durchgezogen“, sagt Stephan Herbolzheimer, Ladeninhaber am Eppendorfer Baum, und einer der Sprecher der Initiative. „Keinen Vorteil für keinen“, sieht sein Sprecherkollege Marcus Carl, auch Geschäftsinhaber am Eppendorfer Baum, in den bislang bekannten Überlegungen der Behörde.

Einwendungen bei der Behörde gemacht

Die Initiative fordert nun „eine Neuaufnahme der Diskussion unter Einbeziehung der betroffenen Bürger“. Ihre Kritikpunkte hat sie bereits offiziell als „Einwendungen“ der Verkehrsbehörde mitgeteilt. (ch)
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