Bald wieder „Latte“ am U-Halt Lattenkamp

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Noch sind die Fenster vergittert, doch ab Mitte März soll der U-Store öffnen Foto: Paul

Nach überraschender Kiosk-Schließung im Herbst kommt jetzt ein neuer „U-Store“ mit Vorbild-Charakter

Von Clara Paul
Winterhude
Die Schließung des Kiosk am U-Bahnhof Lattenkamp im vorigen Jahr kam überraschend für viele Fahrgäste und Anwohner. Die gute Nachricht: Ab Mitte März soll es hier wieder Kaffee und Brötchen geben. Mit den Arbeiten an einem neuen Büdchen wurde jetzt begonnen.
„Zurückbleiben bitte“! Ein kurzer Satz, der viel U-Bahn-Passagiere anspornt. Die vorsorgliche Warnung aus den Lautsprechern gilt für viele als Startschuss zum Bahnsteig-Sprint, der mit einem mehr oder minder eleganten Sprung zwischen sich schließende Türen endete. Mittlerweile ermuntert ein durchdringender Pieps-Ton zu sportlichen Leistungen. Nicht jeder erreicht allerdings den Zug noch rechtzeitig und dann bleibt Zeit für einen Snack. Da trifft es sich gut, dass fast alle der 91 U-Bahn-Stationen Hamburgs mit einem oder mehreren Kiosken ausgestattet sind. Mit einem breit angelegten Angebot an Back- und Tabakwaren, Snacks und Getränken sowie Zeitschriften und der aktuellen Tagespresse versorgen sie Fahrgäste und Passanten mit der passenden Wegzehrung. So auch an der U-Bahn-Station Lattenkamp - bis zur jähen Einstellung des Betriebes im Oktober 2014.
Seit 2002 hatten Hasan Höke und sein Team den Store geführt und nicht nur tagsüber für laufenden Betrieb gesorgt, sondern die Nacht auch mal zum Tag gemacht, wenn sich scharenweise Konzertbesucher auf den Weg zur nahegelegenen Sporthalle Hamburg machten. „Es hieß plötzlich von ihm, heute sei sein letzter Tag“, erzählt ein ehemaliger Kunde, der in der Nähe der U-Bahn wohnt. „Das war eine sehr nette Mannschaft, wir haben dort häufig eingekauft. Ich wurde an Silvester mal mit Berlinern gerettet, die habe ich nirgendwo anders mehr bekommen.“ Warum der Kiosk von einem Tag auf den anderen schloss, weiß keiner der Anwohner so recht. Der Laden am Lattenkamp wird von der Valora Retail Deutschland unterhalten (bundesweit 1.500 Kioske, Stores etc.). Seit einigen Jahren pachtet Valora die Geschäfte im Rahmen einer Franchise-Partnerschaft von der Hamburger Hochbahn.
Wiederum untervermietet werden sie an diverse Betreiber. Die sogenannten U-Stores ähneln sich stark in Aufbau und Design, das Sortiment ist weitestgehend einheitlich. Zur überraschenden Beendigung des Mietverhältnisses mit Höke am Lattenkamp kam es, obwohl dessen Mietvertrag ursprünglich bis 2018 lief. Der ehemalige Mieter nennt geplante Änderungen von geschäftsinternen Strukturen seitens der Valora Retail als Auslöser für die vorzeitige Kündigung. Abgesehen davon habe die hohe Miete keine ideale Geschäftsgrundlage mehr geboten. Die Hochbahn als Eigentümer möchte sich nicht zu der Kioskschließung äußern.
Ob koffeinstarker Wachmacher oder Feierabendbier – ohne den U-Store fehlt jedenfalls etwas, da sind sich viele einig. Dass dies aber kein Dauerzustand bleiben soll, ist seit einigen Tagen deutlich sichtbar: „Am Lattenkamp entsteht ein sogenannter Muster-Standort“, schildert Valora-Retail-Mitarbeiter Kai Beuermann. „Unter anderem wird es ein neues Kaffee-Konzept mit eigener Bar und Zapfstellen geben.“ Der neue Store soll Mitte März eröffnet werden.
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