Bauvorhaben und Ehrenamt

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Für Harald Rösler eines der wichtigsten Bauvorhaben 2013: die Neugestaltung und -bebauung des Barmbeker Bahnhofs. Fotos: Hanke

Bezirksamtsleiter Harald Rösler im WochenBlatt-Interview

Hamburg-Nord. 2012 wurde Harald Rösler zum neuen Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Nord gewählt. Das WochenBlatt sprach mit dem Bezirksamtsleiter über Pläne und Ziele fürs neue Jahr.

WB: Thema Nummer eins wird der Bau von bezahlbaren Wohnungen sein?
Rösler: Ja, wir haben das Soll von 900 Wohnungen mit 1812 Baugenehmigungen bis zum 30. November übererfüllt.

WB: Welches sind die wichtigsten Bauvorhaben?
Rösler: Die Gestaltungen und Bebauungen rund um den Barmbeker Bahnhof und am U-Bahnhof Langenhorn Markt. In Barmbek wird als erstes der Bert-Kaempfert-Platz südlich des Bahnhofs neu gestaltet. Der Wochenmarkt wird auf das Gelände des früheren Busbahnhofs auf die andere Seite des Bahnhofs verlegt und dort am 8. Januar zum ersten Mal stattfinden. Nach drei Monaten sollte der neue Multifunktionsplatz südlich des Bahnhofs fertig sein. Dort wollen wir auch die Zinnschmelze erweitern, die während der Bauarbeiten vorübergehend nicht bespielbar sein wird. Mitte 2013 wird dann nördlich des Bahnhofs mit dem Abriss des alten Hertie-Gebäudes begonnen. Hier entstehen ein 15-geschossiges Gebäude und ein Neubau für die Verwaltungsberufsgenossenschaft. In beide Gebäude werden Läden des Einzelhandels einziehen, denn die fehlen im Zentrum von Barmbek. Das hören wir immer wieder. Das wird eine Signalwirkung auf den Eingang der Fuhlsbüttler Straße haben. Mit den beiden Neubauten werden wir gleichzeitig beginnen. Natürlich gibt es viele weitere Bauvorhaben, zum Beispiel in Winterhude den Jarreplatz und die von dort über den Osterbekkanal führende Brücke zum Johannes-Prassek-Park in Barmbek, die 2013 fertiggestellt wird, oder die geplante Neugestaltung des früheren Krankenhauses Bethanien in Eppendorf.

WB: Gerade an Bauprojekten scheiden sich die Geister. In Eppendorf hat sich eine Initiative gebildet, die eine schleichende Umgestaltung des Stadtteils durch Abriss und Neubauten befürchtet...
Rösler: Aber gerade Eppendorf hat doch seine alte Bausubstanz über die Jahre erhalten. In der Zeit der Hausbesetzungen in den 1970er Jahren wurde viel in diese Richtung erreicht. Hier gibt es keine gesichtslose Architektur. Von den fünf alten Häusern beim Eppendorfer Marktplatz, über deren Abriss diskutiert wird, kann ich nicht erkennen, was deren Erhaltensnotwendigkeit ausmacht, Eine frühere Bewohnerin des Eckhauses, in dem sich das „Tre Castagne“ befindet, hat mir erzählt, dass sie krank geworden ist wegen des Schwammes dort. Ich finde es nicht in Ordnung, dass die Sorge verbreitet wird, alles, was alt ist, wird abgebrochen. Wir müssen natürlich darauf achten, dass hier oder auch in dem Stiftsviertel an Martini-, Löwen und Breitenfelder Straße der geplante Anteil an öffentlich gefördertem Wohnraum realisiert wird.

WB: Was für Möglichkeiten hat das Bezirksamt, auf solche Absichtserklärungen der Investoren zu pochen?
Rösler: Wir können diese Absichten in den Bebauungsplänen festschreiben. Wenn es sich um städtische Grundstücke handelt, ist es natürlich einfach, öffentlich geförderten Wohnungsbau durchzusetzen. Darum muss das auf den besagten Stiftsgeländen auch möglich sein, denn die gehören der Stadt. Allerdings ist insgesamt eine Mischung anzustreben zwischen öffentlich gefördertem und frei finanziertem Wohnungsbau.
WB: Was können Sie angesichts immer neuer Sparvorgaben noch in der Sozial- und Jugendpolitik erreichen?
Rösler: Wir können nur versuchen, den Bestand zu halten. 84 Stellen müssen in diesem Jahr im Jugend- und Sozialbereich eingespart werden. Aber wir können mit den Quartiersfonds Lücken schließen. Wir werden uns jetzt die Stadtteile sehr genau angucken, und die zur Verfügung stehenden Gelder womöglich neu verteilen. Da spielen viele Größen wie Altersstruktur, Wohnungsgrößen, der Anteil der Kinder an der Bevölkerung und vieles mehr eine Rolle.

WB: Wie wollen Sie die Verkehrsprobleme lösen?
Rösler: Da gibt es Tendenzen, die ein Umdenken andeuten. Modelle wie CarSharing, StattRad oder Taxidienste haben immer mehr Zulauf. Der öffentliche Personennahverkehr wird immer attraktiver. Am U-Bahnhof Saarlandstraße baut die Hamburger Hochbahn 2013 einen Servicepunkt, an dem viele Dienste zusammengefasst werden: CarSharing, StattRad, Paketabholservice.

WB: Was liegt Ihnen für 2013 besonders am Herzen?
Rösler: Die Stärkung des Ehrenamtes. Wir wollen es jedem Bürger, der sich irgendwo engagieren möchte, möglich machen, das zu tun. Wir müssen deutlicher machen, was zum Beispiel Bürgervereine und Kirchengemeinden für uns tun. Und wir wollen den 100-jährigen Geburtstag des Stadtparks in 2014 in diesem Jahr mit allen, die einen Bezug zum Stadtpark haben, vorbereiten.(ch)
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