Benefizkonzert begeistert 260 Gäste

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v. l.: Marcus Jahn (Hospiz am Israelitischen Krankenhaus), Julia Deimling (Leiterin des Hospiz), Prof. Dr. Michael Naumann (Kulturstaatsminister a. D.), Daniel Kühnel (Intendant Hamburger Symphoniker), Prof. Ulrich Windfuhr (Dirigent) Foto: Clasen/wb

Hamburger Symphoniker spielten zugunsten des Hospizes am Israelitischen Krankenhaus

Alsterdorf „Wir haben uns daran gewöhnt, das Wort Schicksal zu vermeiden“, sagte Prof. Michael Naumann. „Doch der Tod ist der Inbegriff unseres Schicksals. Er ist, so paradox das klingt, der wesentliche Teil unseres Lebens. Das heißt auch, dass dem sterbenden Menschen dieselbe Würde gebührt, die ihm im Leben zusteht.“ Mit bewegenden Sätzen appellierte der Kulturstaatsminister a.D. in seiner Festrede am Donnerstag an die Besucher eines Benefizkonzertes der Hamburger Symphoniker, gemeinsam das Hospiz am Israelitischen Krankenhaus zu unterstützen. Dem kamen 260 Gäste, darunter Hamburger Prominente wie Ian Karan, Sonja Lahnstein-Kandel, Britta Gräfin von Bernstorff sowie Max Warburg und seine Frau Dr. Nagila Warburg, gern nach. Die aufgeregtesten Spender dürften aber Peter und Erik gewesen sein. Die beiden Siebenjährigen tapsten leicht verlegen auf die Bühne, um dem Geschäftsführer des Hospizes, Marcus Jahn, ihr Schraubglas zu überreichen. „Was ist denn da drin?“, fragte Marcus Jahn. „Ein neuer Zehner“, sagte Peter stolz – dabei hatten die beiden schon weit über 1.000 Euro gesammelt. Die beiden Jungs hatten eigens für das Hospiz am Israelitischen Krankenhaus eine Zeitung gebastelt und sie mit viel Engagement an die Besucher verkauft.
Auf die charmante Begrüßung der Gäste durch Hospizleiterin Julia Deimling folgte die Festrede Prof. Michael Naumanns. Die Hamburger Symphoniker brachten unter dem Dirigat Prof. Ulrich Windfuhrs die Gäste mit Beethovens vierter Sinfonie, einem seiner heitersten und optimistischsten Werke, zum Lächeln. Das Gefühl des Abends, nämlich der Unausweichlichkeit des Sterbens durch Freude am Leben gewachsen zu sein, drückten die Teilnehmer auf eigene Weise aus: Sonja Lahnstein-Kandel, Gesellschafterin der Initiative Step 21, Vorsitzende des Vorstandes Deutscher Fördererkreis der Universität Haifa, Israel, und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, formulierte es so: „Diesen kraftvollen Beethoven würde ich mir wünschen, wenn ich einmal gehen muss.“ Und der Geschäftsführer des Hospiz am Israelitischen Krankenhaus, Marcus Jahn, freute sich „über die vielen Besucher, die sich verantwortlich fühlen.“ (wb)
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