Besuch aus Tokio

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Ulrike Sparr zeigt Professor Ebisawa Unterlagen aus dem Archiv Foto: Jarrearchiv/wb

Japaner forscht im Jarrestadt-Archiv

Winterhude Eingefleischte Jarrestädter behaupten ja gern, sie wohnten wie in einem Dorf. Dieses Dorf scheint jedoch, ähnlich wie das gallische Dorf des Asterix, weit über die Grenzen bekannt zu sein. So forscht ein japanischer Architekturgeschichtsprofessor, Professor Dr. Monado Ebisawa von der Architektur-Fakultät der Polytechnischen Universität Tokio, derzeit zu den Siedlungsbauten der Zwanziger Jahre. Für ihn darf die Jarrestadt dabei nicht fehlen. Kürzlich war Ebisawa zu Gast im Jarrestadt-Archiv am Wiesendamm 123, um Material für seine Studien zu sammeln. Die drei ehrenamtlichen Mitarbeiter des Archivs ermöglichten dem Japaner Durchsicht von Büchern und Fotos.
Aber auch einen ganz praktischen Programmpunkt gab es bei diesem Besuch: Archiv-Mitarbeiter Jörn Riesler öffnete extra das Waschhaus im Otto-Stolten-Hof und die Mitarbeiterin Petra Ziems führte den Gast aus Fernost noch zum frisch renovierten Kranzhaus sowie „durch die inzwischen leider stark vernachlässigten Grünzüge Hölderlinsallee und Semperplatz“, wie Petra Ziems berichtet.
Sprachlich gab es überhaupt keine Probleme, da der Professor sehr gut Deutsch spricht. Er hat zwei Jahre in München studiert. Auf die Frage des Gastes, ob es denn im Norden auch eine Mundart gäbe wie in Bayern, zitierte Petra Ziems in ihrer Not ein plattdeutsches Weihnachtsgedicht von Hermann Claudius (1878-1980) Vun`n Wiehnachtsmann: „Mien grote Deern, mien lütte Deern, de möögt so geern Geschichten höörn...“, weil das das einzig Plattdeutsche war, was sie vorsprechen konnte. Wer gern mal im Jarrestadt-Archiv stöbern möchte, dem ist dies seit Beginn des Jahres jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 - 18 Uhr möglich. Vielleicht können ältere Winterhuder sogar durch Erzählungen oder Fotos das Archiv bereichern. Auch weitere Mithelfer sind gern gesehen. (wb)

Weitere Infos: www.jarrestadt-archiv.de
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