Bike&Ride-Station zu groß?

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Massen von Fahrrädern werden schon jetzt am U-Bahnhof Hoheluftbrücke abgestellt. Eine Bike and Ride-Station mit 478 Fahrradabstellplätzen soll Abhilfe schaffen. Viele Bezirkspolitiker halten die Anzahl aber für zu hoch Foto: Hanke
 
Der Rad-Reporter Marco Dittmer Foto: wb

U-Bahn-Station Hoheluftbrücke: 478 neue Radparkplätze geplant

Von Christian Hanke
Harvestehude/Hoheluft
Fahrradoffensive an der Hoheluftbrücke: am östlichen Ende des Kaiser-Friedrich-Ufer soll eine Bike + Ride (B+R) Station mit 478 Fahrradabstellplätzen entstehen. Mit dieser hohen Anzahl haben viele Kommunalpolitiker ein Problem. Die P+R Betriebsgesellschaft, die alle 133 Hamburger U- und S-Bahnstationen mit B+R-Stationen ausrüsten wird, stellte ihr Konzept für den Vorplatz des U-Bahnhofs Hoheluftbrücke kürzlich im Kerngebietsausschuss Eimsbüttel vor. Auf der Fläche zwischen dem Rotklinkerneubau, dem Isebekkanal, dem Wendehammer Kaiser-Friedrich-Ufer und der Straße Grindelberg wird die neue B+R-Station gebaut. 248 der neuen Fahrradstellplätze sollen überdacht, 128 in einer Doppelstockanlage und 60 zur Miete in einer grau gehaltenen Box eingerichtet werden. 96 der geplanten Fahrradabstellplätze beabsichtigt die P+R Betriebsgesellschaft auf der Nordseite des Isebekkanals auf einer Fläche zu realisieren, die derzeit als Parkplatz genutzt wird.

Breiter neuer Radweg


Der Radweg am Isebekkanal wird vor der neuen B+R Anlage auf die andere Straßenseite gelenkt und zwischen der B+R Anlage und dem Rotklinkerbau in einer Breite von drei Metern neben einem 2,50 Meter breiten Gehweg geführt. Der jetzige Radweg am Isebekkanal wird in diesem Abschnitt zugunsten des Fußweges aufgehoben, der dann durch Hecken von der B+R Station abgegrenzt wird. Vier Bäume müssen dafür gefällt werden. Drei werden nachgepflanzt.

„Masse schockiert“


Derzeit befinden sich am Ende des Kaiser-Friedrich-Ufer 176 Fahrradabstellplätze. Daneben werden viele Fahrräder „wild“ abgestellt. Ein Bedarf nach mehr Stellplätzen ist offensichtlich. Aber gleich 478? Diese Anzahl halten viele Mitglieder des Kerngebietsausschusses für zu hoch. Sie befürchten, dass der Fläche zwischen U-Bahnhof und Isebekkanal der in der Vergangenheit immer wieder beschworene Aufenthaltscharakter verloren geht. Thomas Thomsen, der Sprecher der CDU-Fraktion, zeigte sich sogar „schockiert“ von der „Masse“ der geplanten Fahrradstellplätze. „Wir hatten eine lange Diskussion über die Aufenthaltsqualität dieses Platzes. Jetzt soll er eine reine Fahrradabstellfläche werden. Das kann nicht das Ziel sein. Das ist dem Normalbürger nicht zu vermitteln“, sagte Thomsen, der argumentierte, dass ein citynaher U-Bahnhof wie die Station Hoheluftbrücke nicht so viele Fahrradstellplätze benötige, da der öffentliche Personennahverkehr hier gut ausgebaut sei.

Planung wird nochmal überdacht


Tanja Köster von der P+R Betriebsgesellschaft stellte klar, dass nur rund 40 Prozent der Fläche für die Fahrradstellplätze verwendet würden. Sie hätten nach Verhandlungen mit dem Bezirksamt die Zahl der Fahrradstellplätze bereits reduziert und wegen der Aufenthaltsqualität des Bahnhofvorplatzes 96 Plätze auf das Nordufer des Isebekkanals verlegt. In die Planungen seien auch die Absicht Hamburgs, Fahrradstadt zu werden und der in den letzten Jahren zunehmende Fahrradverkehr miteingeflossen. Vorbehalte gegen die hohe Anzahl von Fahrradstellplätzen äußerten auch die anderen Fraktionen. Nur die Grünen sprachen sich deutlich für die geplante Anlage aus. Die P+R Betriebsgesellschaft und das Bezirksamt Eimsbüttel werden die Planungen jetzt noch einmal überdenken.

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Mit dem „Bündnis für den Radverkehr“ planen Stadt und Bezirke deutliche Veränderungen auf Hamburgs Straßen. Was wünschen Sie sich? Hamburg Mehr Fahrradstraßen, Velorouten und Parkmöglichkeiten für Radfahrer, das „Bündnis für den Radverkehr“ ist der nächste Schritt des Senats auf dem Weg zur Fahrradstadt. Die Veränderungen bedeuten nicht selten weniger Parkplätze für Pkws, Baustellen auf den Straßen und neue Verkehrsregeln auf dem Weg zur Arbeit. Im Koalitionsvertrag heißt es beispielsweise, dass Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet werden sollen. Was halten Sie davon? Welche Einbahnstraße in Hamburg sollten Ihrer Meinung nach freigegeben werden? Schreiben Sie uns auch Ihre Wünsche zum Thema „Bündnis für den Radverkehr“. Wo wünschen Sie sich Fahrradstraßen, Sanierungen oder Umgestaltungen? Oder: Maroder Zustand oder völlig falsch geplant? Welche Hamburger Radwege finden Sie besonders schlimm?

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