Bis zum Ende mitgehen

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Gut drauf trotz mancher trauriger Momente: Ursula Steiner (l.) und Annika Schlichting Foto: flü

Ursula Steiner und Annika Schlichting suchen ambulante Hospizbegleiter

Winterhude „Über den Tod kann man reden“, sagt Ursula Steiner. Aus langer Erfahrung weiß die 59-jährige Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes der Hamburger Gesundheitshilfe: Viele schwerst kranke oder sterbende Menschen sprechen „sehr oft über Alltagsdinge, über das Leben.“ Für die Begleitung dieser Menschen suchen sie und ihre Kollegin, Annika Schlichting, ehrenamtliche Hospizbegleiter.
Rund 30 Ehrenamtliche im Alter zwischen Mitte 20 und Mitte 80 sind zurzeit aktiv. „Viele unserer Ehrenamtlichen hatten schon lange Interesse an der Begleitung und wagten irgendwann den ersten Schritt.“

„Wir sind kein stationäres Hospiz, sondern ausschließlich ambulant unterwegs.“ Ursula Steiner

Für Interessierte, die es ebenfalls wagen möchten, ist nun ein guter Zeitpunkt: Ende Februar beginnt die rund hundertstündige Schulung für die ambulante ehrenamtliche Hospizbegleitung. Am Donnerstag, den 5. Februar, werden wesentliche Fragen auf einem Informationsabend geklärt. Und vermutlich auch weit verbreitete Vorstellungen von dem Ehrenamt korrigiert: „Wir sind kein stationäres Hospiz, sondern ausschließlich ambulant unterwegs“, so Ursula Steiner. Die Ehrenamtlichen besuchen schwerst kranke oder sterbende Menschen zuhause oder im Pflegeheim. „Im Durchschnitt dauert eine Begleitung drei Monate. Der Betroffene kann sich aber auch wieder stabilisieren oder sehr rasch verabschieden – nichts ist vorausschaubar.“

Ab und zu eine Pause


Einen wesentlichen Anteil des Ehrenamts, für das drei bis fünf Stunden pro Woche eingeplant werden sollten, ist auch der Kontakt zu den Angehörigen: „Die bedürfen manchmal mehr Aufmerksamkeit und Aufgefangenwerden als die Betroffenen“, weiß Ursula Steiner aus Erfahrung.
Die Fachfrau für Palliativpflege und Hospizarbeit und ihre Kollegin Annika Schlichting sind jederzeit für die Ehrenamtlichen und ihre Fragen da, einmal im Monat tauschen sie sich im Team aus.
Die beiden Frauen achten darauf, dass ihre Ehrenamtlichen auf sich achten: „Ich habe ein gutes Gefühl dafür, wer sich gut abgrenzen kann und achte darauf, wenn jemand eine Pause braucht“, sagt Steiner. Das Abgrenzen ist eines der Themen, auf das die freiwilligen Helfer in der Schulung vorbereitet werden. Auch eine ersteAmbulanter Hospizdienst Begegnung mit Betroffenen gibt es in der Schulung. „Das ist für die meisten sehr eindrücklich. Zu 90 Prozent verflüchtigen sich dann Ängste“, berichtet Annika Schlichting.

Rituale helfen


„Unsere Mitarbeiter bekommen viel zurück und machen Erfahrungen, die man nicht aufwiegen kann.“ Das Abschiednehmen ist für die meisten Hospizbegleiter unumgänglich und wird gemeinsam in der Gruppe mit einem Ritual und Schweigezeit begangen.

Der Informationsabend findet am Donnerstag, 5. Februar, von 18.30 bis 20.30 Uhr beim Ambulanten Hospizdienst, Winterhuder Weg 106, statt. Anmeldung unter Telefon 209 882 66. Für die Schulung, verteilt auf sechs Sonnabende und 15 Wochenabende, wird eine Schutzgebühr von 200 Euro erhoben. Eine Ermäßigung ist möglich, ebenso wie die Erstattung nach einjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit.

Weitere Informationen unter www.hamburger-gesundheitshilfe.de/ambulanter-hospizdienst.html
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