Bleibt das Landhaus Walter?

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Das Landhaus Walter war „sein Baby“: Uwe Mamminga. Foto: Haas

Zukunft des Downtown Bluesclubs ungewiss

Von Waltraut Haas
Winterhude. Fans von Blues, Rock ‘n Roll, Jazz oder Disco steigen hier ebenso ab wie die feine Gesellschaft. Gäste aus allen sozialen Schichten schätzen das ganzjährig geöffnete Restaurant. Hochzeiten finden hier den passenden Rahmen genauso wie Trauerfeiern. Und viele Stadtparkbesucher wollen ihn sonntags nicht missen: den Brunch; im Sommer auch den Frühschoppen im Biergarten, bei Live-Musik von Bands aus dem ganzen Norden. Oder das legendäre Public Viewing zu Fußball-EM oder -WM.
Das Traditionslokal mauserte sich in den letzten 17 Jahren nicht nur zur beliebten sommerlichen Location im Stadtpark: Mit dem Downtown Bluesclub wurde es auch zu einer kulturellen Institution. Wo sonst in Hamburgs schwindsüchtiger Musikszene kann man noch nationale und internationale Bluesgrößen quer durch die Stile live erleben?
Seit kurzem kursieren Gerüchte, von denen sich nur eines erhellt: Die Geschäftsführer suchen einen Nachfolger; doch das Landhaus Walter soll bleiben: So will es der Eigentümer, die städtische Sprinkenhof AG. Und so will es auch Uwe Mamminga, der das Lokal mit seinen Freunden zu dem gemacht hat, was es heute ist. Das Programm für den Downtown Bluesclub steht fest – jedenfalls noch bis zum Dezember 2012. Die Konzession für das Traditionslokal mit dem über 8000 Quadratmeter großen Biergarten aber steht zum Verkauf. Zwei der drei Geschäftsführer, die das Lokal seit 1986 betreiben, wollen aufhören, deswegen wird ein neuer Pächter gesucht: „Karl-Otto Krause und Hartmut Nagel wollen demnächst in den wohlverdienten Ruhestand.“ erklärt Uwe Mamminga, Interessenten für die Nachfolge gäbe es zwar. Sie sollten jedoch die Tradition des Lokals fortführen, möglichst auch den Stamm von rund 60 Mitarbeitern übernehmen. Das Landhaus Walter war von Anfang an „sein Baby“. Dafür gab er seine gut gehende Werbeagentur 1996 auf, übernahm zusammen mit seinem Partner Karl-Otto Krause das Lokal und zog auch mit seinem Downtown Bluesclub, in der Gertigstraße gegründet, in den Stadtpark. Für den Restaurantbetrieb gewannen die beiden ihren guten Freund Hartmut Nagel, fertig war das Geschäftsführer-Trio – zum Senkrechtstart. Ebenfalls mit von der Partie bis heute: Mammingas Lebenspartnerin Susanne Westphal. Sie wurde „die gute Seele des Hauses“, nahm sich umsichtig der Belange einer wachsenden Zahl von Mitarbeitern an.
Nach einem bürokratischen Hindernislauf – es ging um Konzessionen, neue Toiletten und Parkplätze – konnte 1997 endlich der Biergarten eröffnet werden, bis heute einer der schönsten in Hamburg. 2006 kam die El Rey Lounge Bar rund um das ebenfalls denkmalgeschützte Toilettenhäuschen dazu. Sie ist eine Hommage an den Film „From Dusk till Dawn“ mit George Cloony. Etwas weitergesponnen, gründet der Held im mexikanischen El Rey nach seinem Flugzeugabsturz eine neue Existenz. In der Lounge hinter dem Landhaus Walter fehlt deshalb auch nicht das abgestürzte Flugzeug – hier ein Wrack, extra importiert aus Österreich. Viele Epsioden ranken sich um die Enstehung der Lounge; Uwe Mamminga könnte viel dazu erzählen.
Was er ohne seine beiden Compagnons künftig plant? „Der Downtown Bluesclub zieht eben weiter.“ verrät er schon mal. Hauptberuflich will sich der „Blues Papst“ auch weiter seinem Metier als Musikveranstalter widmen, und zwar wie gewohnt „weit weg von der Norm“. Ihm schwebt ein neues Etablissement vor, eine alte Werfthalle vielleicht, in der er die Szene künftig beheimaten kann: „Vielleicht irgendwo in Hafennähe, das hätte was.“ sagt Mamminga. (wh)

Info: http://www.landhauswalter.de und http://www.downtown-bluesclub.de
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