Bomben im Kleingarten?

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Kleingärtner im Pergolenviertel besorgt

Von Waltraut Haas
Winterhude/Alsterdorf. Zunächst herrschte „Bombenstimmung“ im Herntrichsaal am Alsterdorfer Markt am vergangenen Mittwoch. Denn ein Schreiben der Stadt hatte die Kleingärtner der Vereine Heimat und der Barmbeker Schweiz schon Tage zuvor beunruhigt. „Kampfmittelverdachtsflächen“ befänden sich im künftigen Pergolenviertel nach neuesten Erkenntnissen – Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, die immer noch unter vielen Kleingärten nahe der City Nord und dem Stadtpark schlummern könnten. Von einem ernst zu nehmenden „Gefährdungspotenzial“ ist darin die Rede, bis auf weiteres sei deshalb „lediglich eine spatentiefe Nutzung der Kleingärten“ erlaubt. Wer tiefer graben will, muss den Boden zuvor sondieren lassen – und zwar auf eigene Kosten.
Bezirksamtsleiter Harald Rösler erklärte das zweite Kleingartenforum am vergangenen Mittwoch zur Chefsache und blieb – nach seiner Begrüßung im voll besetzten Saal. Auch in der Pause diskutierte er weiter mit besorgten Betroffenen. Zuvor schon kamen die Moderatorin Margit Bonacker und ihr Team ins Schwitzen. Das zukünftige Pergolenviertel stand auf der Tagesordnung, die Gestaltung der vorgesehenen Gartenhöfe, ebenso der verlockenden Ausweichflächen für Kleingärtner im alten Anzuchtgarten zwischen Goldbekkanal und Stadtpark.
Denn ein Drittel der Gartenparzellen müssen dem ambitionierten und größten Wohnungsbauprojekt des Bezirks Nord weichen, wie mehrfach berichtet. Für die betroffenen Kleingärtner läuft seit Mai 2011 ein beachtliches Beteiligungsverfahren, das ihre Belange weitgehend berücksichtigen soll.
Es ging um den Erhalt der Vegetation, der eingewachsenen Büsche und Bäume. Doch gerade die schienen gefährdet, als ein Experte Verfahren der Kampfmittelsondierung vorstellte. „Wie kann man erhaltenswerte Bäume schützen und sonst sämtliche Büsche und Obstbäume platt machen?“ so argwöhnische Stimmen aus dem Publikum. Doch die umsichtige Moderatorin konnte eine weitere Eskalation verhindern: durch den Vorschlag zur Gründung eines Arbeitskreises. Der soll zunächst möglichst schonende Verfahren der Kampfmittelsondierung ausloten – unter Beteiligung von Kleingärtnern. Auch Bezirksamtschef Harald Rösler konnte die Wogen glätten. Er bat die Besucher zur Mitarbeit an wirtschaftlich vertretbaren Lösungen, jede Alternative sei willkommen.
So wurde der zweite Teil doch noch genutzt zu einer produktiven Weiterarbeit in vier Arbeitsgruppen. Zur Neuanlage der Ausweichgärten im alten städtischen Anzuchtgarten sowie zur Anlage der Kleingartenhöfe im zukünftigen Pergolenviertel präsentierten die Gruppen eine beachtliche Fülle konstruktiver Gestaltungsideen. Sie sollen in den Planungen berücksichtigt werden.
Wie es weitergeht? Diese Frage wird Gegenstand der nächsten Sitzung des Planungsbeirates am Mittwoch, 13. Februar, 17-19 Uhr. Technisches Rathaus, Kümmellstraße 6, Raum 246.

Weitere Info: forum-pergolenviertel(wh)
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